Ablösung von UKW durch DAB+

Die Sendeplätze auf UKW sind schon lange ausgebucht. Mit DAB+ können wesentlich mehr Programme angeboten werden. So beschränkt sich das Programmangebot mit UKW an einem bestimmten Ort normalerweise auf 10 bis 12 Programme. Mit DAB+ sind es in der Regel 50 bis 70 Programme und mehr.

DAB+ ist zudem umweltfreundlicher und wirtschaftlicher. Die UKW-Abschaltung kommt der Energiebilanz und somit der Umwelt zugute. Denn durch den Wegfall der Doppelverbreitung UKW/DAB+ muss die SRG statt bisher über 850 (UKW) noch ca. 260 Sender betreiben. Die SRG rechnet damit, dass der Stromverbrauch im Vergleich zu UKW um 90 Prozent sinken wird. Auch die graue Energie – zum Beispiel für die Erneuerung und den Unterhalt von Antennen – lässt sich deutlich reduzieren.

Kostenseitig ist DAB+ ebenfalls ein Gewinn: Die Verbreitung über DAB+ pro Programm ist um Faktoren günstiger als über UKW.

DAB+ ist der neue Radiostandard, der den bisherigen Standard UKW bald vollständig ablöst. DAB+ steht für «Digital Audio Broadcasting» beziehungsweise die digitale Verbreitung von Radiosignalen über die Luft. Die DAB+-Verbreitung ist unabhängig vom Internet. Um DAB+-Programme empfangen zu können, braucht es ein DAB+-taugliches Gerät.

  • Störungsfreier Empfang in der ganzen Schweiz: erstklassiger Sound, kein Knistern und Rauschen, auch unterwegs.
  • Grössere Programmvielfalt und Programmauswahl: Alle UKW-Frequenzen sind bereits vergeben. Mit DAB+ können auf einer Frequenz 12 bis 18 Programme verbreitet werden (bei UKW nur 1 Programm pro Frequenz). Durch diese effizientere Verbreitung in den terrestrischen Frequenzen können insgesamt mehr Programme ausgestrahlt werden, darunter auch Spartenprogramme (z.B. Regionaljournal, Klassik, Schlager). Es gibt mehr Angebote für den persönlichen Geschmack und die Möglichkeit zur individuelleren Auswahl.
  • Dank des automatischen Sendersuchlaufs entfällt das Frequenzen suchen und merken. Digitalradios zeigen immer an, welche Programme am jeweiligen Standort verfügbar sind.
  • Zusatzinformationen: DAB+ erlaubt den Mitversand von Zusatzinformationen in Text und Bild parallel zum Programm. Sie werden je nach Display auf dem Digitalradio angezeigt. Dazu zählen zum Beispiel: Musiktitelanzeigen, Interpreten, Logos, Verkehrsinformationen usw.
  • Zukunftsgerichtet: weil wirtschaftlich und umweltfreundlich: Die UKW-Abschaltung kommt der Energiebilanz und somit der Umwelt zugute. Denn durch den Wegfall der Doppelverbreitung UKW/DAB+ muss die SRG statt bisher über 850 (UKW) noch ca. 260 Sender betreiben. Die SRG rechnet damit, dass der Stromverbrauch im Vergleich zu UKW um 90 Prozent sinken wird. Auch die graue Energie – zum Beispiel für die Erneuerung und den Unterhalt von Antennen – lässt sich deutlich reduzieren.
  • Unabhängig, weil: Viele hören Radio via Internet und sind damit abhängig von ihrem Provider. UKW und DAB+ werden terrestrisch ausgestrahlt, so bezeichnet man die Übertragung durch erdgebundene Funksender via Sendemasten zu Empfängern mit einer Antenne. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Geräte die Sendungen empfangen, die ein Sendeturm ausstrahlt. Es gibt kein Netz, das zusammenbrechen kann. Im Gegensatz zum Internet, das durch eine hohe Anzahl gleichzeitiger Nutzung desselben Angebots in der Vergangenheit wiederholt zusammengebrochen ist.
  • Datenschutz: (Digital) terrestrischer Rundfunk schützt die Anonymität. Eine Nachverfolgung persönlichen Nutzungsverhaltens ist nicht möglich. Dementsprechend ist bei DAB+ auch keine personalisierte Werbung («targeted advertising») möglich.

Die SRG ist seit jeher im Auftrag des Bundes treibende Kraft bei der Entwicklung von DAB+ in der Schweiz. Um die Technologie weiter voranzutreiben und die teure Parallelverbreitung UKW/DAB+ nicht unnötig in die Länge zu ziehen, geht sie auch bei der Abschaltung voran.

Eine gestaffelte Abschaltung kann verhindern, dass alle Betroffenen innerhalb kurzer Zeit ein neues Radio beziehen oder ihr Auto umrüsten wollen. Dies könnte zu Engpässen führen. Verläuft die Umrüstung gestaffelt über eine längere Zeitdauer, profitieren sowohl der Gerätehandel, die Garagisten und schliesslich die Kundinnen und Kunden.

Mit der Abschaltung der UKW-Verbreitung spart die SRG  jährlich mehrere Millionen Franken im tiefen zweistelligen Bereich.

Heute ist praktisch jedes europäische Land aktiv daran, die Umstellung von UKW auf DAB+ vorzubereiten. Sehr weit sind Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Holland, Belgien, Dänemark und Grossbritannien. Auch die wichtigsten Strassennetze in vielen europäischen Staaten sind weit über 80 Prozent mit DAB+ abgedeckt. Norwegen hat sein nationales Netz bereits auf DAB+ und Internet umgestellt. 

Hier finden Sie mehr Informationen zu den umliegenden Ländern.

  • Im Moment (2020) verfügen rund 2 der 4,6 Mio. PW in der Schweiz über einen DAB+-Empfang. Pro Jahr werden rund 330'000 Neuwagen mit DAB+ immatrikuliert. Diese sind zu 99 Prozent serienmässig mit DAB+ ausgestattet.
  • Im Umkehrschluss heisst dies, dass von rund 2,6 Mio. PW ausgegangen werden muss, die noch mit UKW-Radios fahren. Eine Studie von Mediapulse (Time Use Study) kommt zum Schluss, dass rund ein Drittel der Autofahrenden kein Radio im Auto hört. Dieses Drittel weggezählt bleiben immer noch rund 1,7 Mio. Fahrzeuge. Deshalb liegt ein besonderes Augenmerk bei der Vorbereitung auf die UKW-Abschaltung auf der Autonachrüstung.
  • Gemäss der DigiMig-Nutzerforschung sind die Anteile der Nutzung nach Ort bei DAB+ und UKW praktisch identisch. Das heisst, die Fahrzeuge, in denen regelmässig Radio konsumiert wird, sind bereits mit DAB+ ausgerüstet. Die effektive DAB+-Nutzung in Fahrzeugen wächst markant rascher als die technische Ausrüstung der Fahrzeuge. Fazit: Der Nachrüstbedarf konzentriert sich vor allem auf Fahrzeuge, die wenig unterwegs sind. Z. B. Zweit- und Drittwagen, Liebhaber-Fahrzeuge wie Cabriolets und Oldtimer sowie Nutzfahrzeuge von Handwerkern usw. 
  • Das Auto ist im Fokus der Bakom-Umschalt-Kampagne, die per September 2021 startet und bis 2023 dauert. Dazu sind Aktionen in den Programmen der meisten privaten und öffentlich-rechtlichen Sender geplant, die ihre Publika auf die Umstellung auf DAB+ aufmerksam machen.
  • Fakt bleibt: Der Winterpneu-Effekt (Warten bis zum letzten) wird sich auch in der Schweiz nicht vermeiden lassen. Insbesondere Autofahrende, die ihr Fahrzeug nicht täglich nutzen, werden hier zuwarten, respektive es erst bemerken, wenn es mit UKW-Radioempfang nicht mehr geht. 

Ja. Der Markt bietet eine Vielzahl an Adaptern mit verschiedenen Anschlussarten: via Kabel, Bluetooth oder FM/UKW-Transmitter. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, eine kaum sichtbare Antenne an die Frontscheibe zu kleben und den Strom aus dem Zigarettenanzünder zu holen. Für einen störungsfreien Empfang empfehlen wir eine DAB+-Nachrüstung durch eine Fachperson/Garagisten.

Der Autogewerbe-Verband der Schweiz (AGVS) bietet für Garagisten einen Lehrgang zu DAB+ im Auto an. Auf dabplus.ch ist ein Suche-Tool (Garagenfinder) verfügbar, das anzeigt, welche Garagisten bereits zertifiziert sind.

Mit ganz wenigen Ausnahmen sind alle Strassentunnel mit einer Länge von mehr als 300 Metern (Nationalstrassentunnel und Tunnel, die zusätzlich vom Bundesamt für Strassen betreut werden) mit DAB+ ausgerüstet. Auch einzelne Tunnel im Besitz der Kantone sind mit DAB+ ausgerüstet, und es laufen Gespräche, damit auch die restlichen Tunnel bis zur UKW-Abschaltung auf DAB+-Empfang umgestellt werden können. Eine Liste inklusive Suchfunktion mit allen Nationalstrassentunnel, die mit DAB+ ausgerüstet sind, findet man hier.

Der direkte Nachfolger von UKW ist DAB+. Am weitesten verbreitet ist neben DAB+ das Radiohören via Internet (IP) wie zum Beispiel über Smartphones und Computer. Im Gegensatz zum Internet ist DAB+ eine «Free to Air»-Technologie, das bedeutet: Der Zugang ist für alle Radionutzerinnen und Radionutzer gratis. Das Nutzerverhalten ist anonym und kann im Gegensatz zu IP nicht analysiert werden. Ein weiterer Unterschied ist, dass DAB+ das Publikum unlimitiert und weniger störungsanfällig versorgt. IP ist im Gegensatz dazu limitiert und ist vor allem für die Krisenkommunikation zu wenig zuverlässig. Würde Radio ausschliesslich über Internet oder den Mobilfunk verbreitet, wären die Radiohörerin und der Radiohörer von einem Netzprovider abhängig. Das wäre heikel. 

Obwohl Radioprogramme heute auch über Internet praktisch mühelos empfangen werden können – rund 30 Prozent der Bevölkerung wählen heute zumindest zum Teil diesen Empfangsweg – handelt es sich weiterhin um eine Alternative, die nur funktioniert, weil daneben noch eine spezifische Rundfunktechnologie zur Verfügung steht. Internationale Studien zeigen, dass die sogenannte Telekom-Technologien 4G oder 5G heute den uneingeschränkten Empfang nicht sicherstellen könnte, wenn die Rundfunkverbreitungswege wegfallen würden. Die Gefahr einer Netzüberlastung z.B. in Ballungsräumen oder Stausituationen wäre zu hoch. Konkret lässt sich das (ausserhalb von Corona-Zeiten) alljährlich beim Gotthardstau beobachten. 

Punkto Energieeffizienz schneidet DAB+ zudem deutlich besser ab als alle anderen Übertragungstechnologien. Siehe dazu die von der BBC im Oktober 2020 veröffentlichte Studie «The energy footprint of BBC radio services: now and in the future».

Es gibt auch staatspolitische Überlegungen, die für ein Festhalten an Rundfunktechnologien sprechen: Sie sind sicher, robust und frei empfangbar. Anders als Internet-Anwendungen ist auch kein Vertrag mit einem Provider notwendig; der Empfang ist somit nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. Schliesslich ist der Rundfunkempfang auch in Krisensituationen, z.B. dank Notsenderanlagen gewährleistet. 

Auch aus Sicht des Service public ist der «Free-to-Air» Gedanke ein wichtiger Faktor. Für den Empfang braucht es lediglich ein DAB+-Gerät, ansonsten ist er gratis.

Zudem lässt sich mit DAB+ das Nutzerverhalten nicht «ausspionieren». (Digitaler) terrestrischer Rundfunk schützt die Anonymität. Eine Nachverfolgung persönlichen Nutzungsverhaltens ist nicht möglich. Im Gegensatz zu sämtlichen Verbreitungsarten über IP - sei das nun mobil oder stationär.

Historisch betrachtet ist jede Technologie irgendwann eine Übergangstechnologie: vom Fax zur E-Mail, von der CD zum Onlinestreaming oder von der Mittelwelle zu UKW. DAB+ setzt sich in der Schweiz seit über zehn Jahren immer stärker durch. 5G kann DAB+ aus verschiedenen Gründen nicht vollständig ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.

Auf UKW wird der Ton analog übertragen und je nach Empfang kann es zu Rauschen kommen. Bei der digitalen Technologie DAB+ kann es kein Rauschen geben: Entweder der Ton ist klar und deutlich oder ganz weg.

DAB+ ermöglicht eine wesentlich grössere Anzahl Radioprogramme als UKW. Die Belegung der DAB+- Kanäle ist eine Güterabwägung zwischen verfügbarer Kapazität und der Audioqualität (Bandbreite pro Programm).

Auch das Sound Processing hat einen Einfluss auf die wahrgenommene Qualität. Heutzutage ist der Klang unterschiedlich bearbeitet, was zu einem unterschiedlichen Klang führt.

Nicht nur: Notfall- und Katastropheninformationen werden heute über UKW und auch schon über DAB+ verbreitet. Der Bund setzt in der Notfallvorsorge auf mehrere Systeme (unter anderem auch auf Smartphones), welche im Katastrophenfall zum Einsatz kommen. Vom Bund betriebene Zusatzelemente ergänzen die Infrastruktur der SRG-Radiosender. Über die gesamte Schweiz verteilt sind Sendestationen mit UKW-Notsendeanlagen ausgerüstet, die über eine sehr grosse Sendeleistung verfügen. Sie werden in Betrieb genommen, wenn die normale DAB+-Sendeinfrastruktur nicht mehr zur Verfügung steht.
Da jedes DAB+-Radiogerät ebenfalls UKW-fähig ist, ist der Empfang in Notsituationen weiterhin gewährleistet.

Die meisten UKW-only-Radio-Empfänger wie beispielsweise Stereoanlagen oder Autoradios verfügen über einen AUX/IN-Anschluss. Über diesen können sie für max. 100 Franken einfach mit einem Adapter auf DAB+ umgestellt werden.

Bereits heute konsumieren wir länger Radio auf digitalem Weg als über UKW. Deshalb wird der Technologiewechsel keine Schrottwelle verursachen: es ist ein gradueller Prozess, wie wir ihn täglich bei anderen Konsumgütern wie Handys oder Computer erleben. Die CE-Branche der Schweiz verfügt zudem mit dem Wirtschaftsverband Swico über ein vorbildliches Recyclingkonzept für ausgediente Geräte.

Es ist leider so, dass die Lebensdauer elektronischer Geräte generell immer kürzer wird: Bei TV-Geräten sind es rund sechs Jahre, also gleich viel wie bei den um ein Mehrfaches teureren Autos. Bei PCs und Laptops beträgt die durchschnittliche Lebensdauer rund vier Jahre und bei Smartphones gerade noch zwei Jahre. Das Publikum hat sich somit daran gewöhnt, regelmässig seine Geräte auszuwechseln und entsprechend dafür zu bezahlen. Diese Entwicklung hat auch bei den Radiogeräten nicht Halt gemacht, die bis vor kurzem oft zwanzig und mehr Jahre ihren Dienst tadellos erledigten. Immerhin ist zu sagen, dass die Preise für gute DAB+-Geräte dank der hohen Nachfrage stark gefallen sind und deutlich weniger kosten als TV-Geräte, Smartphones oder Tablets. Mittlerweile sind schon fast 6 Millionen DAB+-Radios in Betrieb. Zudem: Alte Elektrogeräte kommen ja nicht in den Müll. Vielmehr können sie heute kostenlos zurückgegeben werden. Sie werden professionell entsorgt, und die enthaltenen, wertvollen Rohstoffe werden aufbereitet und wieder dem Produktionsprozess zugeführt.

Radio ist das letzte Medium, das noch analog verbreitet wird. Alle anderen Kommunikationsmittel, vom Telefon bis zum TV-Gerät, sind längst digitalisiert. UKW ist somit ein Auslaufmodell, das die digitalen Bedürfnisse wie Interaktivität, Verbreitung von Text und Bild oder andere Kommunikationsformen in keiner Weise erfüllen kann. Gleichzeitig sind aber diverse digitale Medien wie z.B. Online-Musikplattformen im Begriff, den Radiokonsum zu konkurrenzieren und, so wird befürchtet, längerfristig zu verdrängen. Die Digitalisierung der Radioverbreitung wird deshalb verschiedentlich auch als Rettung des Mediums Radio als solches bezeichnet.

Ja. Wer bereits eine Stereoanlage besitzt, kann einen DAB+-Adapter an die Anlage anschliessen und ihre Vorzüge weiterhin geniessen. Wichtig ist, darauf zu achten, welche Anschlüsse die Stereoanlage hat und ob der Adapter diese Anschlüsse bietet. Einige DAB+-Adapter verfügen zudem über eine Fernbedienung für eine noch komfortablere Nutzung aus der Distanz. Viele DAB+-Adapter bieten auch die Möglichkeit, Musik von weiteren Geräten (z.B. Tablet oder Smartphone) via Bluetooth abzuspielen. Mehr zum Thema im Kassensturz-Beitrag vom 22. Januar 2019.

Die heutigen Radioempfänger sind digital, egal ob UKW oder DAB+ oder beides. Bis vor wenigen Jahren hatte der Stromverbrauch von Endgeräten nicht die Bedeutung, die er heute hat. Moderne Empfänger sind im Allgemeinen wesentlich energieeffizienter. Darum stimmt diese Aussage bei heutigen Empfängern nicht mehr. Eine gute Information bietet das Energieetikett der Geräte. 

Wenn man die gesamte Verbreitungskette anschaut, ist der Stromkonsum von DAB+ deutlich geringer als mit UKW. Die DAB+-Ausstrahlung benötigt zum Beispiel bei der SRG über 90 Prozent weniger Strom als mit UKW.

Punkto Energieeffizienz schneidet DAB+ zudem deutlich besser ab als alle anderen Übertragungstechnologien. Siehe dazu die von der BBC im Oktober 2020 veröffentlichte Studie «The energy footprint of BBC radio services: now and in the future».