«Der Circus Knie und die SRG haben sehr viel gemeinsam»

News 30.10.2019

«Dynastie Knie – 100 Jahre Nationalcircus» heisst der Zweiteiler, den die Unternehmenseinheiten der SRG zum Jubiläum des Circus Knie produziert haben. Ein Gespräch mit SRG-Generaldirektor Gilles Marchand über eine bewegte Familiengeschichte, die Herausforderungen einer unternehmensweiten Koproduktion und seine eigenen Erinnerungen an den Circus Knie.

Bild: SRF / Oscar Alessio

Gilles Marchand, die SRG hat mit «Dynastie Knie – 100 Jahre Nationalcircus» ein aufwendiges zweiteiliges Doku-Fiktions-Projekt über ein Familienunternehmen realisiert. Ein grossartiger Werbespot…

Knie ist nicht irgendein Familienunternehmen. Die 100-jährige bewegte Geschichte des Nationalcircus Knie von 1919 bis 2019 ist auch ein Stück Schweizer Geschichte, ein Teil unserer Historie, vielleicht sogar unserer Identität. Ganze Generationen verbinden Kindheitserinnerungen und Erlebnisse mit diesem Zirkus – auch ich. Zudem sollte dieser Film nicht einfach ein Denkmal für die Zirkusdynastie Knie setzen oder eben ein Werbespot darstellen. Vielmehr soll der Film einen Blick hinter die glitzernde Kulisse des Zirkuszelts ermöglichen. Man zeichnet Hochs und Tiefs einer bewegten Familiengeschichte über den Zeitraum eines Jahrhunderts nach. Eine Geschichte, in der sich auch die Entwicklung dieses Landes spiegelt. Und das ist sehr gut gelungen.

Der Zweiteiler ist eine SRG-Koproduktion, alle Unternehmenseinheiten waren daran beteiligt. Ein schwieriges Unterfangen?

Eine Herausforderung natürlich für die Macher – aber natürlich nicht unsere erste Koproduktion. Ein Film über den Circus Knie ist geradezu prädestiniert für eine Produktion über alle Sprachregionen hinweg, denn es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten mit der SRG: Der Zirkus ist multilingual, Mehrsprachigkeit gehört zum Alltag. Deshalb wurde in verschiedenen Sprachen gedreht. Allein innerhalb der Familie Knie wird Deutsch, Französisch und Italienisch gesprochen. Und wie die SRG kennt man auch den Circus Knie in allen Landesteilen. Seine Verbindung zur Romandie ist sehr stark mit der Freundschaft zur Familie Chaplin. Dasselbe im Tessin: Clown Dimitri hat dem Zirkus sehr viel gegeben – und umgekehrt, und der Saisonabschluss findet immer in Lugano statt.

Erzählen Sie uns ein persönliches Erlebnis, das Sie mit dem Circus Knie verbinden.

Da sind Erinnerungen an die Kindheit, die Familie, den Geruch von Sägemehl und Tieren. Vielleicht ist es der Circus Knie, dem ich meine Leidenschaft für Pferde zu verdanken habe…

Sie hatten als Generaldirektor angekündigt, dass Sie trotz Sparbemühungen auf mehr Fiktion setzen möchten, auch um Schweizer Geschichte attraktiv zu erzählen. Ist dieser Film nun schon Teil dieser neuen Strategie?

Die Vorarbeiten für diesen Film begannen schon vor mehr als zwei Jahren. Aber er geht genau in diese Richtung, ja. Wir investieren viel in Informationssendungen und wollen uns noch stärker von den privaten Medienanbietern unterscheiden. Das ist der Grund, weshalb wir trotz Sparmassnahmen mehr Geld in die Fiktion investieren. Der Spielfilm über den Ausbrecherkönig Walter Stürm, der gerade gedreht wird, ist ebenfalls ein Paradebeispiel dafür. Auch die Zahl der jährlich produzierten Serien soll in den kommenden Jahren von heute drei bis vier auf sieben oder acht ausgebaut werden.

 

Erstausstrahlung

SRF 1: «Dynastie Knie – 100 Jahre Nationalcircus»

  • Teil 1: Sonntag, 24. November 2019, 20.05 Uhr
  • Teil 2: Montag, 25. November 2019, 20.05 Uhr

RTS 1: «La Dynastie Knie – Les 100 ans du Cirque National»

  • Teil 1: Montag, 25. November 2019, 20.50 Uhr
  • Teil 2: Dienstag, 26. November 2019, 21.00 Uhr

RSI: «Dinastia Knie – I 100 anni del Circo Nazionale»

  • Teil 1: Sonntag, 24. November 2019, 20.40 Uhr
  • Teil 2: Montag, 25. November 2019, 21.10 Uhr


Medienstelle SRG
Edi Estermann
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