Wo will die SRG hin?

«Wir streben in fünf Jahren eine Ausgewogenheit zwischen digitalem Angebot und Broadcast an. Unser Ziel tönt simpel, aber die Herausforderungen, denen sich die SRG gegenübersieht, sind enorm. […] Es braucht viel Veränderung: im Angebot, in den Strukturen und in den Köpfen. Wir haben Lust auf diesen Wandel.»

Bakel Walden, Direktor Angebot und Entwicklung SRG

Anhand folgender Beispiele soll gezeigt werden, wie die Ziele der Unternehmens- und Angebotsstrategie 2019 - 2020 zum Thema Digitalisierung erreicht werden sollen. 

Modernisierung von Radio und Fernsehen

Die SRG garantiert eine fast hunderprozentige Versorgung der Haushalte in der Schweiz. Im Hinblick auf die digitale Zukunft von Radio und Fernsehen treibt die SRG die Modernisierung beider Medien kontinuierlich voran (SRG-Geschäftsbericht 2019).

HbbTV

Hybrid broadcast broadband TV verbindet das herkömmliche Fernsehen mit den zusätzlichen Möglichkeiten des Internets. Es bietet neben der Nachfolge des altbewährten und beliebten Teletexts zusätzliche Livestreams von Sport-Events, ein breites Angebot an Diensten für Sinnesbehinderte und bringt mit Play das Video on Demand Angebot der SRG auf den grossen Bildschirm. Mittelfristig werden die HbbTV-Angebote den Teletext ersetzen.

«Play Suisse» 

Die digitale, non-lineare Plattform der SRG, welche ab Herbst 2020 Inhalte aus allen Sprachregionen anbieten wird. 

«Innovativ daran ist: Bisher hatten die Zuschauer wenig Kenntnis davon, was in den anderen Sprachregionen gesendet wird. Hier können wir nun Brücken bauen. Dank den digitalen Möglichkeiten kann man so den Service public sinnvoll weiterentwickeln.»

Gilles Marchand, SRG-Generaldirektor

Login Allianz

Die SRG möchte zur Stärkung des Schweizer Medienplatzes beitragen und die Beziehung zu ihrem Publikum weiter verbessern. Daher hat sie sich mit den führenden Medienunternehmen der Schweiz, CH-Media, NZZ, Ringier und TX Group in der «Schweizer Digital-Allianz» zusammengeschlossen. Ziel der Allianz ist die persönliche Nutzerbeziehung zu verbessern.

Aber die SRG hat einen Sonderstatus: sie verfolgt mit der Teilnahme keine Werbezwecke und sie teilt keine Nutzerdaten. Selber plant sie die Einführung einer neuen nicht kostenpflichtigen Streaming Plattform ab Herbst 2020. Die SRG-Kanäle und deren Inhalte bleiben der Schweizer Öffentlichkeit jedoch zugänglich. Denn die bestehenden Radio-, Fernseh- und Onlineangebote von SRF, RTS, RSI und RTR bleiben erhalten.

Audio-Bereich

Gemeinsam mit der Schweizer Radiobranche engagiert sich die SRG für eine Ablösung der analogen Radioverbreitung über UKW durch die digitale Verbreitungstechnologie DAB+ bis spätestens Ende 2024 (SRG-Geschäftsbericht 2019).

«Ich bin überzeugt, dass die nächste grosse digitale Welle das Audio-Angebot erfassen wird. […] In der Schweiz ist die lineare Nutzung der Radioprogramme rückläufig. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Hörerschaft tendenziell. Die Lösung besteht zweifelsohne darin, unsere traditionellen Angebotsflüsse, die zu DAB+ wechseln, mit Audio à la carte zu ergänzen.»

Gilles Marchand, SRG-Generaldirektor