Mediapulse führt neues Radiomesssystem ein

News 14.06.2018

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit und intensiver Testphase hat Mediapulse anfangs Jahr ein neues System zur Erhebung der Live-Radionutzung in der Schweiz eingeführt. Welche Fortschritte bringt die neue Messmethode? Ein Einblick in die Schweizer Radioforschung.

Radiomessuhr von Mediapulse

Hören die Westschweizerinnen und Westschweizer mehr als zwei Stunden pro Tag Couleurs 3? Wie viele Personen nutzen täglich Radio SRF 3? Und wie sieht es mit dem Radiokonsum in der italienischen und rätoromanischen Schweiz aus? Aufschluss auf diese Fragen liefern die Zahlen, die das Forschungsinstitut Mediapulse zweimal jährlich publiziert.

Anfang Jahr hat Mediapulse ein neues Messsystem zur Erhebung der Live-Radionutzung in der Schweiz eingeführt. Das neue Radiomesssystem «Mediapulse Radio Data» trägt den veränderten Nutzungsbedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten Rechnung und ermöglicht eine noch präzisere Erhebung der Daten.

Radiomessung: ein ausgeklügeltes System

Für die Messung der Radionutzung werden nach Zufallsprinzip und vorgegebenen Quoten rund 13 000 in der Schweiz wohnhafte Personen (ab 15 Jahren) ausgewählt. Diese Personen tragen zur Datenerfassung während einem, drei oder sechs Monaten eine Messuhr am Handgelenk. Diese registriert fortlaufend alle Umgebungsgeräusche und erfasst so die Radioprogramme, welche die Person gerade hört. Die Empfindlichkeit des Messsystems entspricht dabei derjenigen des menschlichen Gehörs und ist fähig, auch passiven Radiokonsum zu erfassen. Durch Andocken der Armbanduhr an die zughörige Dockingstation gelangen die Messdaten an die Datenverarbeitungszentrale. Dort werden die Tonsequenzen auf einfache Zahlenreihen reduziert und mit denen der rund 190 Radiosender verglichen. Auf diese Weise kann eine codierte Tonsequenz dem richtigen Sender zugeordnet werden. Der Abgleich der codierten Messdaten bezeichnet man in der Fachsprache als Audiomatching.

Mehr Daten, mehr Präzision

Die SRG sowie Vertreterinnen und Vertreter privater Radioveranstalter haben die Entwicklung des neuen Messsystems von Mediapulse eng begleitet und während mehrerer Monate getestet. Caroline Kellerhals, Leiterin Analyse und Data Intelligence bei der SRG, ist mit dem Ergebnis zufrieden: «Das neue System liefert zuverlässige Werte und bringt viele Verbesserungen mit sich.» Die Vorteile des neuen Radiomesssystems im Überblick:

  • Dichtere Datengrundlage dank grösserer Stichprobe: Nach neuem Messsystem wird der tägliche Radiokonsum von rund 1800 Personen (Panelisten) aus allen Sprachregionen der Schweiz ausgewertet – das sind doppelt so viele Personen wie bisher. Unter den rekrutierten Personen sind neu auch Nutzerinnen und Nutzer, die nicht im Telefonbuch registriert sind, sondern beispielsweise nur ein Mobiltelefon besitzen.
  • Längere Beobachtungszeiten: Während die Panelisten ihre Messuhr früher nur eine Woche lang getragen haben, ist die Messuhr nun einen Monat, drei oder gar sechs Monate im Einsatz. Dadurch kann die Radionutzung einer Person auch über längere Zeit hinweg beobachtet werden.
  • Kontinuierliche Datenübertragung: Die Nutzungszahlen sind heute schneller verfügbar, da die Daten täglich via Dockingstation übertragen werden.
  • Genauere Messung bei Simulcasting-Situationen: Damit die codierten Aufnahmen des Panelisten einem Radiosender zugeordnet werden können, vergleicht das System Tonsequenzen. Besonders schwierig wird eine eindeutige Zuordnung dann, wenn mehrere Radiosender zeitgleich ein identisches Programm ausstrahlen. Das neue Messsystem kann mit solchen Simulcasting-Situationen besser umgehen als das abgelöste System. Die Fehlerquote liegt daher deutlich tiefer.

 

Die neuen Semesterzahlen erscheinen am 10. Juli

Mediapulse veröffentlicht zweimal im Jahr die Semesterzahlen zum Radiokonsum in der Schweiz. Am 10. Juli 2018 erscheinen erstmals die nach neuem Messsystem erhobenen Semesterzahlen. Die Werte geben Auskunft über Reichweite, Marktanteile und Nutzungsdauer der 190 Radiosender in der Schweiz und an der Grenze zur Schweiz.

Gemäss Mediapulse liegt das Reichweitenniveau des neuen Messsystems für die Gattung Radio zwischen 3 und 4 Prozentpunkten unter dem Messwert des Vorgängersystems. Gleichzeitig erfasst die neue Forschung pro Hörerin und Hörer etwa 5 Minuten mehr Nutzungsdauer. Die Unterschiede der Nutzungsdaten zwischen dem alten und neuen Messsystem ergeben sich hauptsächlich aufgrund von technischen und methodischen Systemanpassungen. Rückschlüsse auf eine veränderte Radionutzung können daraus nicht gezogen werden.

Medienmitteilung Mediapulse

 

Kontakt:

Edi Estermann, Leiter Medienstelle SRG SSR
+41 31 350 95 95
medienstelle.srg(at)srgssr.ch