Die Angebote der SRG für das Auslandmandat werden auf einer angepassten finanziellen Grundlage fortgeführt
Der Bundesrat hat die neue Leistungsvereinbarung für das Auslandmandat der SRG verabschiedet. Nachdem das Parlament die Streichung des Bundesbeitrags abgelehnt hat, wird das Auslandmandat ab 2027 weitergeführt. Damit bleibt der Auslandauftrag der SRG auch in den kommenden Jahren gewährleistet, allerdings muss die SRG aufgrund der Senkung der Medienabgabe auch beim Auslandmandat Einsparungen umsetzen.
Die SRG begrüsst, dass der Bundesrat mit der nun verabschiedeten Vereinbarung sicherstellt, dass die Leistungen des Auslandmandats für die Jahre 2027 bis 2030 weitergeführt werden können. Das unterstreicht die Bedeutung der SRG-Angebote für die Auslandschweizer:innen sowie für die Sichtbarkeit der Schweiz im Ausland.
Gleichzeitig trägt die neue Leistungsvereinbarung den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen von Bund und SRG Rechnung. Die damit verbundenen Einsparungen erfordern Anpassungen beim SRG-Angebot von Swissinfo und bei den Kooperationen der SRG mit TV5MONDE und 3sat. Zudem wird TVsvizzera eingestellt. Für die Umsetzung der Leistungsanpassungen beim Auslandmandat der SRG sind personelle Massnahmen nicht zu vermeiden. Für alle betroffenen Mitarbeitenden gelten die aktuell gültigen Sozialpläne der SRG.
Swissinfo fokussiert das Angebot
Für Swissinfo bedeutet die neue Leistungsvereinbarung eine Budgetreduktion um 8,3 Millionen Franken – von heute 18,8 Millionen auf neu 10,5 Millionen Franken. Wie bisher tragen der Bund und die SRG die Kosten für die Angebote von Swissinfo zu je 50 Prozent.
Aufgrund der Budgetreduktion haben der Bund und die SRG das Auslandangebot gemeinsam überprüft. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Analyse sowie auf strategische Kriterien, deren Gewichtung die Verhandlungspartner gemeinsam festgelegt haben, wurde entschieden, die Angebote auf Japanisch und Portugiesisch sowie TVsvizzera einzustellen.
Im Rahmen des SRG-Transformationsprozesses «Enavant», der unter anderem den veränderten finanzpolitischen Rahmenbedingungen Rechnung trägt, wurde Swissinfo im Verlauf des Jahres 2026 organisatorisch in den SRG-weit geführten Bereich «Angebot» integriert. Mit «Enavant» hat die SRG die organisatorischen Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit über Sprachregionen und Regionaleinheiten hinweg geschaffen. Dies ermöglicht es, Inhalte, Kompetenzen und Prozesse trotz politischem Sparauftrag unternehmensweit stärker zu vernetzen und vorhandenes Potenzial gezielter zu nutzen.
Swissinfo wird seine Leistungen künftig fokussieren und priorisieren. So soll ein Teil der Budgetreduktion durch die Bündelung von Ressourcen sowie durch die verstärkte Nutzung und gezielte Aufbereitung bestehender Inhalte aus anderen SRG-Angeboten aufgefangen werden.
Zusammenarbeit mit TV5MONDE und 3sat wird fortgeführt
Die internationale Zusammenarbeit mit TV5MONDE und 3sat bleibt in angepasstem Umfang auch künftig Bestandteil des Auslandmandats der SRG.
Für die Beteiligung der Schweiz an TV5MONDE stehen künftig insgesamt 9,8 Millionen Franken pro Jahr zur Verfügung. Die SRG begrüsst, dass der Bund die Finanzierung von 8 Millionen Franken im Einklang mit den staatsvertraglichen Verpflichtungen übernimmt. Damit folgt die Schweiz der Praxis der übrigen an TV5MONDE beteiligten Staaten. Die verbleibenden 1,8 Millionen Franken werden von Bund und SRG gemeinsam getragen, wobei beide Parteien je 0,9 Millionen Franken beitragen. Inhaltlich erfüllt die Schweiz weiterhin den vertraglich festgelegten Anteil von 9 Prozent Schweizer Programminhalten auf TV5MONDE. Die SRG wird das Angebot und die koproduzierten Inhalte so weiterentwickeln, dass sie dem neuen Budget Rechnung tragen.
Für 3sat ist fortan ein Budget von insgesamt 3,7 Millionen Franken vorgesehen, das Bund und SRG mit je 1,85 Millionen Franken ebenfalls zu gleichen Teilen finanzieren. Gleichzeitig wird der Anteil der von der SRG eingebrachten Schweizer Inhalte von derzeit rund 10 Prozent auf rund 8 Prozent angepasst. Dies erfolgt vor allem durch eine gezielte Reduktion von Auftrags- und Eigenproduktionen.
Auslandmandat bleibt wichtiger Bestandteil des Service public
Die SRG hatte sich im Zusammenhang mit dem Entlastungspaket 27 für den Erhalt des Bundesbeitrags an das Auslandmandat eingesetzt. Die Ablehnung der Beitragsstreichung durch das Parlament und die Verabschiedung der neuen Leistungsvereinbarung durch den Bundesrat sind wichtige Signale für die politische Legitimation und Bedeutung des Auslandmandats und seiner Leistungen für die Schweiz.
Die neue Leistungsvereinbarung schafft die Grundlage, auf der die SRG ihr Auslandmandat auch in den kommenden Jahren weiterführen wird. Die SRG gestaltet die Veränderungen aktiv und setzt die verfügbaren Mittel dort ein, wo sie die grösste Wirkung entfalten. Trotz der notwendigen Anpassungen bleibt die SRG ihrem Service-public-Auftrag verpflichtet: Sie stellt auch in Zukunft verlässliche Informationen für Auslandschweizer:innen bereit und sorgt dafür, dass die Schweiz international sichtbar bleibt.
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