Wir schaffen Mehrwert

Die Unternehmens- und Angebotsstrategie 2019–2020 der SRG wurde 2018 grundlegend überarbeitet. Neu ist sie in drei Hauptbereiche gegliedert. Die Einzigartigkeit der Angebote sowie die Haltung des Unternehmens stehen im Fokus.

Angebot

Wir wollen das Angebot konstant anpassen und verbessern. Einen Schwerpunkt bildet dabei das junge Publikum. Die SRG will möglichst viele Produktionen anbieten, welche die Schweizer Realität abbilden. Dadurch unterscheiden wir uns von anderen Anbietern. Selbstverständlich ist die unabhängige, kritische und qualitativ hochstehende Information weiterhin ein Grundpfeiler unseres Angebots.

Wir stellen unsere Besonderheit, unseren Mehrwert in den Vordergrund

 

Die digitalisierte Medienwelt zielt auf die bestmögliche Erfüllung individueller Bedürfnisse – einst grössere gesellschaftliche Gruppierungen teilen sich in unzählige kleine Fragmente auf. Dem wirkt die SRG entgegen, indem sie in einer individualisierten Welt Gemeinschaftserlebnisse vermittelt und eine Gesamtöffentlichkeit und Identität schafft. Durch hochwertige journalistische Inhalte und gleichwertige Angebote in allen vier Landessprachen wirken wir dem Auseinanderdriften der Sprachgemeinschaften entgegen. Mit interregionalen Kultur- und Bildungsangeboten treiben wir den Wissensaustausch zwischen den Landesteilen voran, fördern das Verständnis füreinander und stärken so eine gesamtschweizerische Identität.

Dabei sind die Unabhängigkeit und die Meinungsvielfalt zentrale Werte. Denn unabhängige Medien sind Grundlage für eine demokratische und differenzierte politische Diskussion. In einer Zeit, in der sowohl private als auch öffentliche Medienhäuser vermehrt unter Druck geraten, ist eine stabile mediale Grundversorgung von grosser Bedeutung. So zeigen Studien, dass Länder mit starken öffentlichen Sendern zu weniger Extremismus neigen und die Korruption besser unter Kontrolle haben. Durch die gesicherte langjährige Gebührenfinanzierung ist die SRG unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen und kann Angebote realisieren, vor denen andere Medienhäuser vielleicht zurückschrecken würden.

Die Legitimation der SRG liegt in ihrer Unterscheidbarkeit. Auch darum setzen wir im Online-Nachrichtenangebot vor allem auf Audio und Video. Wir bieten hier attraktive und zeitgemässe Inhalte, die unseren journalistischen und publizistischen Qualitätsstandards entsprechen und mit der klaren audiovisuellen Ausrichtung ein komplementäres Angebot in der Schweizer Medienlandschaft darstellen.

Wir streben in fünf Jahren eine Ausgewogenheit zwischen digitalem Angebot und Broadcast an

 

Medien werden vermehrt online und mobile genutzt. Um für unser Publikum auch in Zukunft relevant zu bleiben und den Menschen dort, wo sie sich aufhalten, spannende und qualitativ hochstehende Inhalte zur Verfügung zu stellen, will die SRG ihre digitalen Angebote stärken und weiter ausbauen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das junge Publikum. Dieses erreichen wir nicht, indem wir lediglich unsere herkömmlichen Inhalte im Web verfügbar machen. Deshalb entwickeln wir konstant neue Erzählformen, neue Formate und neue Distributionsformen, die den Erwartungen der Jungen sowie der Menschen, die unterwegs Medien online konsumieren, entsprechen.

Wir wollen alle Generationen einbinden, ganz besonders die Jungen. Sie wachsen in einer voll digitalisierten Welt auf und haben immer öfter einen Migrationshintergrund. Sie orientieren sich an neuen Kommunikationsplattformen, unter anderem an den sozialen Medien. Deshalb entwickeln wir unsere Angebote zusammen mit jungen Menschen, nicht an deren Stelle. So können wir unserem jungen Publikum Inhalte bieten, die authentisch ihre Lebenswelt abbilden.

Der digitale Wandel im Medienmarkt wirkt sich auch direkt auf den Medienkonsum aus. Dieser ist vermehrt auf individuelle Bedürfnisse angepasst und von Algorithmen gesteuert. Nutzerinnen und Nutzer erhalten mehr von dem, was sie interessiert – aber halt auch weniger vom Rest. Als Medienhaus, das zur freien Meinungsbildung beitragen soll, sind wir dazu verpflichtet, diesen Gesetzmässigkeiten entgegenzuwirken.

Die SRG kann und will sich den neuen Möglichkeiten aber nicht verschliessen. Auch wir wollen unser Angebot laufend verbessern und unser Publikum im Internet besser erreichen. Dazu erleichtern wir den Zugang zu unseren Inhalten über alle Kanäle und entwickeln dort personalisierte Programmzugänge, wo die Nutzenden dies wünschen und wir einen echten Mehrwert bieten können. Wir tun dies jedoch immer im Respekt vor der Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer – im Einklang mit unserem Auftrag, im Dienste der Gesellschaft. So bieten wir unseren Nutzern die Möglichkeit für ein personalisiertes Angebot, unter Wahrung der Privatsphäre. Dabei nehmen wir auch die gesellschaftliche Verantwortung war und schaffen keine abgeschotteten Filterblasen.

Wir legen in unserem Angebot mehr Wert auf «Swissness»

 

Eigenproduktionen sind Schweizer Qualitätshandwerk in vier Landessprachen. Dass das SRG-Publikum diese Eigenproduktionen beziehungsweise Sendungen mit Schweiz-Bezug besonders schätzt, zeigt eine exemplarische Gegenüberstellung von Schweizer Formaten mit vergleichbaren ausländischen Sendungen, die 2018 auf SRF 1 zu sehen waren: Der Dienstagskrimi «Der Alte», eine deutsche Produktion, erreichte eine durchschnittliche Reichweite von 410 000, wohingegen der Schweizer Krimi «Der Bestatter» im Durchschnitt von 775 000 Personen geschaut wurde.

Aber: Eigenproduktionen sind teuer, weshalb heute kaum ein kommerzielles Medienhaus ein solches Angebot finanziert. Dank der durch die gesicherte langjährige Gebührenfinanzierung gegebenen wirtschaftlichen Unabhängigkeit kann die SRG in einheimische Inhalte investieren. Und zwar nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Programmgestaltung. So waren 2018 zur Hauptsendezeit auf SRF 1 ganze 90 Prozent des Programms selbstproduziert. Im Unterhaltungsbereich fliessen 86 Prozent der Mittel in eigenproduzierte und lediglich 14 Prozent in fremdproduzierte Angebote. Wir unterhalten die Menschen mit unverwechselbar schweizerischen Inhalten. So bieten wir ihnen mehr Vielfalt und vor allem mehr «Swissness» im Strauss der medialen Angebote. Wir sind die Bühne für die Schweiz.

Bei der Musikproduktion halten wir das derzeitige Niveau an schweizerischen Eigenproduktionen aufrecht, bauen aber den interregionalen Austausch aus. Dadurch schlagen wir die Brücke zwischen den Sprachregionen und bringen unserem Publikum in allen Landesteilen das Schweizer Kulturschaffen näher. Wir stehen für das kulturelle Erbe der Schweiz ein, indem wir es erhalten, aktiv mitgestalten und vorwärtsbringen.

Beziehung

Die SRG will den Beitrag, den sie für den Zusammenhalt und die kulturelle und politische Vielfalt der Schweiz leistet, besser aufzeigen und erklären. Sie sucht dafür den Austausch auf Augenhöhe und will offen sein für andere Ideen, Partnerschaften, den öffentlichen Dialog, aber auch für Kritik. Da der Service public im gesamten medialen Ökosystem der Schweiz eine zentrale Rolle spielt, ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Medien und Institutionen wie Universitäten und Hochschulen wichtig.

Unser Programmangebot erreicht und bewegt alle Zielgruppen

 

Wenn die Sender der SRG über Ereignisse, Geschichten und Schicksale berichten, schauen und hören Millionen zu: Über 2,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in der ganzen Schweiz fieberten am 17. Juni 2018 auf den SRG-Sendern mit, als die Schweizer Fussballnationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Russland der «Seleçao» aus Brasilien ein 1:1 abrang. 1,2 Millionen Menschen wurden Zeugen, als Beat Feuz am 13. Januar 2018 auf der Lauberhornabfahrt mit der Startnummer 1 auf Platz 1 raste. Die SRG-Produktion «Gotthard» lockte im Dezember 2016 über 1,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer vor den Bildschirm. Und knapp eine Million Menschen informierten sich am Vormittag des 5. Dezember 2018 auf einem SRG-Sender über die Resultate der Bundesratswahlen.

Gemeinsame Momente sind in der mehrsprachigen Schweiz mit ihren verschiedenen Kulturen ein wichtiges verbindendes Element. Deshalb bringen wir die Schweizer Gesellschaft zusammen – bei landesweiten Grossereignissen in den Bereichen Kultur, Sport und Politik. Und das so oft wie möglich live.

Es gehört zum Auftrag und zum Selbstverständnis der SRG, alle Menschen in der Schweiz zu erreichen. Deshalb ermöglichen wir allen Zugang zu unseren Programmen, insbesondere auch Menschen mit Sinnesbehinderung. Bereits heute untertiteln wir rund 30 000 Stunden Programm. Das ist die Hälfte der Sendezeit. Bis 2022 wird dieses Angebot auf 45 000 Stunden beziehungsweise 80 Prozent ausgebaut. Gegenüber den heute 420 Stunden an audiodeskribierten Inhalten werden 900 Stunden zur Verfügung gestellt. Bei den gebärdeten Inhalten werden 1000 Stunden angestrebt – im Vergleich zu 440 Stunden heute. Dank neuer digitaler Technologien wandeln sich auch die Zugangsdienste. Mit dem interaktiven HbbTV können wir sinnesbehinderten Menschen künftig einen noch besseren Zugang zu unseren Angeboten bieten.

Der Integrationsauftrag der SRG ist aktueller denn je: Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung besitzt keinen Schweizer Pass. Deshalb darf die Integrationsleistung der SRG nicht auf ein blosses Abbilden der vielfältigen Kulturen in der Schweiz beschränkt bleiben. Unsere Programme sollen das gegenseitige Kennenlernen fördern und so das Verständnis füreinander verbessern – und dadurch Sonnen- und Schattenseiten gleichermassen zum Thema machen. Und: Wir tun dies bewusst innerhalb der bestehenden Sendegefässe und nicht in Sonder- oder Spezialsendungen.

Wir stärken das offene und transparente Verhältnis zur Schweizer Gesellschaft

 

Die SRG als öffentliches Medienhaus steht im Dienst der Gesellschaft. Diese ist unsere Auftraggeberin. Sie hat Anrecht auf Rechenschaft und ihr obliegt es, den Auftrag immer wieder kritisch zu hinterfragen. Wir wollen uns deshalb besser mit unserem Publikum darüber austauschen, was wir erbringen und wozu wir beitragen. Dadurch schaffen wir grössere Nähe zur Schweizer Gesellschaft. Mit dieser Offenheit bieten wir den Menschen der Schweiz die Möglichkeit, mit uns in einen direkten und persönlichen Dialog zu treten und so gemeinsam mit uns die Zukunft der SRG zu gestalten. Wir stellen dafür verschiedene Kanäle bereit, sei es über unsere Trägerschaft, via spezifische Sendungen und Austauschformate wie beispielsweise «Hallo SRF», auf Social Media oder den persönlichen Austausch an Grossanlässen, Volksfesten oder Openairs.

Damit gemeinsam Erlebtes nicht in Vergessenheit gerät, tragen wir zur Bewahrung des akustischen und audiovisuellen Gedächtnisses des Landes bei. Denn die audiovisuellen Archive der SRG sind ein identitätsstiftendes Kulturgut: Sie laden Auslandschweizerinnen und -schweizer ein, ihre Wurzeln zu pflegen. Sie gewähren Migrantinnen und Migranten Einblicke in die Vergangenheit der neuen Heimat. Sie ermöglichen es jeder und jedem von uns, die eigene Bibliografie in die Zeitgeschichte einzuordnen. Und sie ermuntern die Öffentlichkeit, politische und kulturelle Strömungen, Ereignisse und Personen im Lauf der Zeit stets aufs Neue zu betrachten. Unsere Archive enthalten nicht weniger als eine Million Stunden Sendungen – Radioproduktionen aus 85 Jahren, Fernsehproduktionen aus 60 Jahren.

Wir leisten unseren Beitrag zum Schweizer Medien-Ökosystem

 

Der digitale Wandel verschärft die Konkurrenz zwischen privaten Anbietern und öffentlichen Medienhäusern. Weit verbreitet ist die Auffassung, die öffentlichen Medienhäuser seien direkt oder indirekt für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten privater Medien verantwortlich. Dem ist nicht so, wie zahlreiche internationale Untersuchungen belegen: Private Anbieter haben auch in Märkten ohne öffentliche Medienhäuser mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Wir sind deshalb der Ansicht, dass es heute wichtiger denn je ist, den Medienplatz Schweiz gemeinsam zu gestalten und gegenüber der internationalen Konkurrenz zu stärken.

Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Medien bringt beiden Seiten Vorteile: Digitale Technologien erfordern hohe Investitionen. Mit unserer Offenheit für Kooperationen lassen sich die Infrastrukturkosten aller Partner senken. Eine Zusammenarbeit bietet also auch wirtschaftlich Vorteile. Und schliesslich geben Partnerschaften journalistisch neue Impulse. Wir entwickeln deshalb eine sinnvolle Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der privaten Schweizer Medienlandschaft.

Innovation ist die Essenz und der Motor jedes Medienhauses. Deshalb intensivieren wir in die Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen und tragen zur digitalen Transformation der Gesellschaft bei. Denn Experten sind sich einig, dass es eine zentrale Aufgabe der Medien ist, die Digitalisierung zu beobachten und kritisch zu hinterfragen. Der Schweizer Zukunftsforscher Dr. Joël Luc Cachelin fordert: «[Medien] sollten die Selbstreflexion und letztlich die Selbstbestimmung der Konsumenten fördern». Die SRG kann und muss in dieser Debatte eine wichtige Rolle spielen.

Ressourcen

Die Veränderungen in der Medienlandschaft einerseits und die Digitalisierung andererseits stellen die SRG auch vor interne Herausforderungen. Durch den Rückgang der Werbeeinnahmen sowie die Plafonierung der Gebühren befindet sich das Unternehmen in einem erschwerten ökonomischen Umfeld. Um den für ihre Entwicklung notwendigen Handlungsspielraum zu schaffen, muss die SRG agiler, innovativer und effizienter werden – sowohl in der Unternehmenskultur als auch in den Prozessen und der Organisation.

Die Schweizer Medienlandschaft wandelt sich stetig – und das mit grosser Geschwindigkeit. Um mit den sich verändernden Bedingungen Schritt halten zu können, müssen sich Unternehmen anpassen. Wir vereinfachen deshalb die Organisation auf allen Ebenen und fördern ein flexibles und agiles Management. Diese neue Führungskultur sichert unser Fortbestehen in einer Medienlandschaft im Umbruch und treibt die Transformation des Unternehmens voran.

Das Publikum in der Schweiz attestiert unseren Angeboten hohe Glaubwürdigkeit, Professionalität und Ausgewogenheit. Um diesem Anspruch auch in Zukunft gerecht zu werden, sind wir angewiesen auf gut ausgebildete Fachkräfte. Diesen Talenten wollen wir eine attraktive Arbeitgeberin sein. Wir fördern deshalb die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden, die interne Nachfolge und die Talentsuche auf allen Ebenen. So garantieren wir unserem Publikum auch in Zukunft die höchste Qualität unserer Angebote, können allen Generationen Inhalte aus ihren Lebenswelten bieten und ermöglichen ihnen einen Austausch auf Augenhöhe.

Ein Schwerpunkt in der kontinuierlichen Optimierung unserer Programme bildet das junge Publikum. Hier entwickeln wir neue Erzählformen, neue Formate und neue Distributionsformen. Wir tun dies zusammen mit jungen Menschen, nicht an deren Stelle. Deshalb setzen wir auf junge Talente und sind bestrebt, auch für die «digital natives» eine attraktive Arbeitgeberin zu sein. So fördern wir unter anderem auch den journalistischen Nachwuchs.

Das breite Spektrum unserer Radio- und Fernsehprogramme widerspiegelt die mehrsprachige und multikulturelle Schweiz. Aber auch die SRG selbst ist sprachlich und kulturell ein Abbild der Schweiz. 46 Prozent unserer Mitarbeitenden sprechen (Schweizer-) Deutsch, 32 Prozent Französisch, rund 19 Prozent Italienisch und 3 Prozent Rätoromanisch. Neben den vier Landessprachen sind 18 weitere Sprachen vertreten. Insgesamt arbeiten bei der SRG Menschen mit 39 unterschiedlichen Nationalitäten. Mit einem Frauenanteil von 43 Prozent ist das Geschlechterverhältnis in der SRG relativ ausgeglichen. Auf diese Diversität legen wir grossen Wert. 

Die SRG hat den Auftrag, die ganze Bevölkerung der Schweiz mit einem attraktiven und vielfältigen TV-, Radio- und Onlineangebot zu versorgen. Die Angebotserstellung ist die «Raison d’être» der SRG.

Infrastruktur, Support und Technik stehen also im Dienst des Angebots. Wir werden noch stärker auf Effizienz in allen Bereichen achten, besonders bei den Kosten für Infrastruktur, Verwaltung und Technik. Wir analysieren unsere Prozesse und Produktionsmethoden umfassend, tiefgreifend und ohne Tabus – mit der klaren Perspektive einer Kostensenkung. So stellen wir sicher, dass wir unserem von der Schweizer Bevölkerung erteilten Auftrag gerecht werden und so viele Mittel wie möglich in die Angebote investieren.

In einer Zeit, in der sowohl private als auch öffentliche Medienhäuser vermehrt unter Druck geraten, ist eine stabile mediale Grundversorgung von grosser Bedeutung. Um unsere Unabhängigkeit zu gewährleisten, setzen wir die öffentlichen Mittel, für die wir verantwortlich sind, sorgfältig und transparent ein. Denn: Ausgeglichene Finanzen bilden das Fundament für die weitere Entwicklung.

Aktuell stammen drei Viertel der Einnahmen der SRG aus Empfangsgebühren und knapp ein Viertel aus kommerziellen und anderen Erträgen wie beispielsweise aus dem Verkauf von Sendungen an andere Radio- und Fernsehveranstalter. Durch die überwiegende Finanzierung über Gebühren bietet die SRG ihrem Publikum unabhängige, ausgewogene Inhalte in allen vier Sprachregionen. Die übrigen, durch die Vermarktung des attraktiven Werbeinventars erwirtschafteten kommerziellen Einnahmen ermöglichen es der SRG, zusätzliche Mittel in die Programme zu investieren und das vielfältige Programmangebot bei der heutigen Gebührenhöhe anzubieten.

Der durch Gebührenfinanzierung privilegierte mediale Service public steht immer wieder im Zentrum politischer Diskussionen. Diese werden nicht nur in der Schweiz geführt, sondern seit Längerem auch im Ausland. Als öffentliches Medienhaus sind wir direkt davon betroffen und tragen deshalb aktiv zur Debatte über die Entwicklung des Service-public-Modells bei. Wir stehen in ständigem Austausch mit Service-public-Anbietern anderer europäischer Länder und profitieren von deren Erfahrungen. Diese Erfahrungen bringen wir in die Debatte in der Schweiz ein.