Externe Qualitätsaudits

Artikel 4 der Konzession verlangt, dass die SRG regelmässig Qualitätskontrollen durch externe Fachpersonen mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung durchführen lässt. Für die Jahre 2020 bis 2022 ist das Team um Professor Vinzenz Wyss von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit dieser Aufgabe betraut. 

Gute Noten für das Qualitätssicherungssystem des SRG-Angebots

2020 überprüften die Auditorinnen und Auditoren der ZHAW erstmals das Qualitätssicherungssystem in den SRG-Unternehmenseinheiten auf Relevanz und Effizienz und legten einen Bericht vor, um die Prozesse zur Überprüfung der festgelegten Qualitätsnormen zu verbessern. Die Analyse des Audits 2020 zeigt, dass die SRG die in der Konzession festgelegte Verpflichtung zur Anwendung eines Qualitätssicherungssystems erfüllt und dass die Koordination der regionalen Qualitätsverantwortlichen durch die nationale Fachgruppe gut funktioniert. Das System umfasst für jeden publizistischen Bereich Normen für Inhalt und Form der Sendungen sowie vorgegebene Prozesse zur Überprüfung der gesetzten Normen durch das «Qualitätssicherungssystem des SRG-Angebots». Gemäss Beurteilung geht das System konzeptionell sogar über die in der Konzession verlangten Anforderungen hinaus. 

Empfehlungen zur Optimierung 

Das Team der ZHAW ortet trotz positiver Gesamtbeurteilung Bereiche, in denen Optimierungspotenzial vorhanden ist, und macht der SRG folgende Empfehlungen:

  1. Jede Unternehmenseinheit solle bei ihrem Qualitätssicherungsprozess standardmässig nach dem «Qualitätssicherungssystem des SRG-Angebots» vorgehen und in ihren Grundlagendokumenten explizit darauf verweisen. Zudem wird angeregt, eine zentrale Sammlung der aktualisierten Referenzdokumente zur Qualitätssicherung einzurichten, hierarchisch zu ordnen und online zugänglich zu machen.
  2. Die nationale Fachgruppe Qualität solle die Qualitätsverantwortlichen in den Unternehmenseinheiten dazu anhalten, Stellenbeschreibungen und Pflichtenhefte zu verwenden.
  3. Die Aus- und Weiterbildung solle stärker im «Qualitätssicherungssystem des SRG-Angebots» hervorgehoben werden, da sie sowohl präventiv als auch korrektiv eine Schlüsselrolle in der Qualitätssicherung spiele.
  4. Die nationale Fachgruppe Qualität solle sich Gedanken darüber machen, wie sie aus den Bewertungsergebnissen Schlussfolgerungen ziehen und Massnahmen ableiten könne, beispielsweise durch einen intensiveren Austausch von Best-practice-Beispielen.
  5. Bei Sendungsmandaten solle der Nutzen und die gewünschte Wirkung auf die Öffentlichkeit in der Definition der Zielgruppen explizit genannt werden. Schliesslich sollen die regelmässig aktualisierten Sendungsmandate nicht nur im Planungsprozess, sondern auch bei Qualitätskontrollen und kollektiven Weiterbildungen als Referenz dienen.

Die Qualitätsverantwortlichen nehmen die Empfehlungen ernst und wollen sich so rasch wie möglich um die Umsetzung kümmern. Dazu Brunella Steger, Präsidentin der Fachgruppe Qualität und Qualitätsverantwortliche bei RSI: «Die Arbeiten haben in allen Unternehmenseinheiten bereits begonnen. Die Fachgruppe Qualität wird an der Optimierung der Rahmenbedingungen und Standards des Qualitätssicherungssystems arbeiten, die Qualitätsverantwortlichen in den UE werden sich auf die in den Regionen identifizierten Aspekte konzentrieren.»

Schwerpunkte im Jahr 2021

Dieses Jahr wird sich das Audit auf die Umsetzung des Qualitätssicherungssystems eines Bereichs bei SRF, RTS und RSI konzentrieren. Konkret geht es um das Projekt «1945» (SRF), die Redaktion «Forum» (RTS) sowie die Redaktion «Telegiornale» (RSI). RTR und SWI werden im Jahr 2022 erneut einem Audit unterzogen. Julien Winkelmann, Qualitätsverantwortlicher in der Generaldirektion der SRG: «Nach dem Audit des Qualitätsmanagements der SRG ist nun die Zeit gekommen, Relevanz und Wirkungskraft der Qualitätsverfahren in den Redaktionen zu testen - also dort, wo die Qualität entsteht.»