Eine Umfrage unter 1500 Personen in der Schweiz

Im Rahmen der Reformen, die 2018 angekündigt wurden, hat die SRG mit dem Projekt «Public Value» einen Austausch initiiert, mit dem sie erfahren will, wie die Bevölkerung ihren Service public-Beitrag wahrnimmt. Mit gezielten Gesprächen, Workshops und einer Umfrage, an der 1500 Personen schweizweit teilgenommen haben, konnten die Prioritäten für das Unternehmen abgeleitet werden.

Jean-Michel Cina, Verwaltungsratspräsident SRG, und Irène Challand, Projektverantwortliche.

Irène Challand, welchen Eindruck hast du nach der ersten Projektphase?

Der Austausch war für uns äusserst wichtig. Die SRG geniesst eine hohe Wertschätzung und die an sie gerichteten Erwartungen sind entsprechend hoch. Das zeigte sich sowohl in den 74 Eins-zu-eins-Gesprächen als auch in den Gruppenworkshops mit den Mitarbeitenden und mit der Bevölkerung. Es wurden immer dieselben 30 Fragen gestellt und die Qualität der Kommentare und Anliegen waren hoch, und das unabhängig von der Sprachregion. Innerhalb von zwei Monaten haben wir über 5000 Rückmeldungen zur Wahrnehmung der SRG und zu den Erwartungen an das öffentliche Medienhaus gesammelt. Die Agentur Altermondo hat diese dann mit den Ergebnissen der vom LINK-Institut durchgeführten repräsentativen Umfrage konsolidiert. Ich lade alle ein, den Bericht zu lesen, der die ganze Breite und die Vielfalt der in den vier Regionen der Schweiz geäusserten Anliegen widerspiegelt. Das war für uns ein grossartiger gesellschaftlicher Austausch und eine einzigartige Erfahrung.

Was können wir aus dem Bericht lernen?

Bei den Public-Value-Werten hat die SRG ein mehrheitlich gutes Image, auch wenn ein Drittel der Befragten der Meinung ist, dass die SRG nicht genug auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht. Wir werden noch an vielen Themen arbeiten müssen. Die Geschäftsleitung hat indes sieben Themen als prioritär erklärt. Die Daseinsberechtigung der SRG wird anerkannt und auf die grossen Herausforderungen, denen die SRG im Zusammenhang mit dem Wandel der Medien gegenübersteht, wird regelmässig Bezug genommen.

Welches sind die nächsten Schritte?

Jetzt übernimmt die Trägerschaft – alle Regionalgesellschaften nehmen den Dialog mit der Bevölkerung auf, um die sieben Themen zu vertiefen, zu priorisieren und auf die kollektive Intelligenz zurückzugreifen. Die wichtigsten Erkenntnisse werden in einem nationalen Bericht zusammengefasst, der dem Unternehmen im Juni 2020 vorgelegt werden wird. In der Zwischenzeit werten wir im Unternehmen die erste Projektphase aus und befassen uns mit den Unterschieden zwischen den externen und den internen Wahrnehmungen. Unser Ziel ist es, nächstes Jahr unsere Entwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren.

«Das Konzept des Public Value zielt darauf ab, den gesellschaftlichen Beitrag eines Service-public-Anbieters zu messen.»
Irène Challand, Projektverantwortliche