Mehr Serien aus der Schweiz für die Schweiz

Die SRG will die Anzahl Schweizer Serien langfristig verdoppeln und investiert dafür zusätzlich rund 15 Millionen Franken pro Jahr. Neu sollen die Produktionen in allen Regionen ausgestrahlt werden. Damit stärkt die SRG die Unterscheidbarkeit ihres Angebots und kann sich von den internationalen Streaming-Plattformen abgrenzen.

Serien sind weltweit gefragter denn je. Auch hierzulande boomt das Genre: Produktionen wie «Der Bestatter», «Quartier des banques» oder «Wilder» stossen beim Publikum auf grosses Interesse. Daher will das Unternehmen künftig mehr Serien produzieren und schrittweise zusätzliche 15 Millionen Franken pro Jahr investieren.

Die SRG-Unternehmenseinheiten werden ihre Serien in allen Regionen zur Verfügung stellen: in den Landesprachen Deutsch, Französisch und Italienisch – synchronisiert oder untertitelt. Zudem laufen die Produktionen auf allen Vektoren – also im linearen Programm, im Web und auf der SRG-Streaming-Plattform Play Suisse. Und dies möglichst zeitgleich. Ziel ist es, SRG-weit sieben bis acht Serien pro Jahr zu produzieren. 

Folgende Serien sind 2021 geplant:

  • Neumatt (SRF),
  • La chance de ta vie (RTS),
  • Sacha (RTS)

Sven Wälti, die SRG will mehr Schweizer Serien produzieren. Weshalb?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Erzählform ist anders als bei einem 90-minütigen Film. Es bleibt mehr Zeit, Geschichten und ihre Figuren zu entwickeln und einen Spannungsbogen über mehrere Folgen zu gestalten. Bislang konnten wir nur drei bis vier Serien pro Jahr produzieren. Ziel ist es, die Anzahl Serien längerfristig zu verdoppeln. So können wir das Publikum mit Geschichten aus unserem Land noch häufiger und besser erreichen. Das macht sonst niemand in der Schweiz. Gleichzeitig stärken wir die Schweizer Filmbranche, wenn wir mehr Serien produzieren. Alle profitieren davon: Schauspielerinnen, Filmtechniker und die filmtechnischen Labors. Auch die Drehbücher werden besser, wenn mehr geschrieben wird.

«Wir haben den Zenit noch lange nicht erreicht.»

Netflix allein hat 2019 rund 30 eigenproduzierte Serien lanciert. Ist der Schweizer Markt nicht schon übersättigt mit Serien?

Wenn man den internationalen Markt anschaut – es gibt ja nicht nur Netflix –, mag das zutreffen. Man findet aber auf keiner dieser Plattformen Schweizer Serien. Wir haben den Zenit noch lange nicht erreicht. Mit unseren Serien können wir uns von den internationalen Streaming-Plattformen abgrenzen und unserem Publikum einen Mehrwert bieten.

Welches Zielpublikum will die SRG mit ihren Serien ansprechen?

Möglichst alle, von Jung bis Alt! Serien kosten viel, deshalb liegt der Fokus auf der Primetime. Damit wollen wir ein breites Publikum erreichen. Es soll aber auch Serien geben für ein jüngeres Publikum geben. Indem wir die Serienanzahl erhöhen, werden wir auch Möglichkeiten haben, gewagtere Serien als bisher zu produzieren.

Sven Wälti, Leiter Film SRG