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Medienmitteilung

20.04.1998

SRG SSR-Tochter Publisuisse verzichtet auf Kleininserate

Die Präsentation der Internetsite Megazine durch die SRG SSR-Tochter Publisuisse vom Freitag 17.4.98 hat beim Verband der Schweizer Presse, respektive bei einzelnen Verlegern zu Missverständnissen geführt. Sie werfen der Publisuisse vor, mit den Gratis-Kleinanzeigen die Axt an den schweizerischen Blätterwald zu legen. Die SRG SSR und ihre Tochter Publisuisse wollen keine Konfrontation mit der Presse; deshalb hat SRG SSR-Generaldirektor Armin Walpen in Rücksprache mit der Publisuisse entschieden, auf die in bescheidenem Rahmen geplanten Kleinanzeigen zu verzichten.

Die Internetsite www.megazine.ch verfolgt zwei Ziele: Erstens bietet sie Internetbenutzern eine attraktive, stets aktualisierte Plattform mit News, Informationen und interaktiven Beiträgen an, die sich nach individuellen Kriterien auswählen lassen. Zweitens erhalten die SRG SSR-Werbeauftraggeber "mehr Leistung für dasselbe Geld". Dieser Mehrwert ergibt sich aus einer personalisierten Ansprache von hunderten oder gar tausenden von Benutzern des Megazine. Ausserden können die SRG SSR-Werbeauftraggeber mit wenigen eigenen Investitionen Know-How und Erfahrungen mit neuen Technologien und neuen Medien sammeln. Der Auftritt wird über ein Bonus-Punkte-Sytem abgewickelt: Je höher die Werbe- und Sponsoring-Investitionen bei der SRG SSR, desto mehr Bonus-Punkte erhalten die Kunden. Indem die Publisuisse ihren Kunden einen Mehrwert bietet (added value), trägt Megazine zur langfristigen Kundenbindung bei und stützt somit das Kerngeschäft.

Keine Gebührengelder eingesetzt

Die Publisuisse als privatrechliche Aktiengesellschaft vermittelt die Werbeblöcke der sechs SRG SSR-Fernsehsender (SF DRS, TSR, TSI). Sie steuert rund einen Fünftel zu den Gesamteinnahmen der SRG SSR bei. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren musste ein Umsatzrückgang verzeichnet werden. Zur langfristigen Sicherung der Erträge hat sich die Publisuisse deshalb in Absprache mit der SRG SSR entschlossen, frühzeitig Diversifikations-Projekte in Angriff zu nehmen. Entgegen anders lautenden Berichten wurden für Megazine keine Gebührengelder verwendet. Es ist vielmehr das mittelfristige Ziel, bestehende Finanzquellen zu sichern und allenfalls neue zu erschliessen. Sie fliessen zur SRG SSR zurück und tragen somit zur Finanzierung des Service public bei.

Keine Konfrontation zwischen SRG SSR und Verlegern

Stein des Anstosses für den Verband Schweizer Presse war der Teilbereich der kostenlosen Kleinanzeigen, welche die Attraktivität von Megazine steigern sollten. Die SRG SSR ist der Ansicht, dass den Megazine-Kleinanzeigen im Verhältnis zum Anzeigenvolumen der Schweizer Presse eine völlig untergeordnete Bedeutung zugekommen wäre. Durch den Verzicht will Armin Walpen, Generaldirektor der SRG SSR, aber eine Konfrontation mit den Verlegern verhindern. Er steht indessen voll und ganz hinter Megazine und betrachtet dieses als wichtiges Innovationsinstrument, das für die Zukunft der SRG SSR von strategischer Bedeutung ist.

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