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Medienmitteilung

09.11.2007

Medienpreis idée suisse 2007 für Alain Hertig

Der diesjährige Medienpreis idée suisse für das Fernsehen geht an Alain Hertig vom Magazin «Mise au point» der Télévision Suisse Romande für sein beispielhaftes politisches Interview mit Nationalrat Christoph Mörgeli. Alain Hertig hat es verstanden, mit gezielten Fragen und aufmerksamem Nachhaken bei Unklarheiten die Verschwörungstheorie des -«SVP-Ideologen» zu zerpflücken. Mit seinem Interview erreicht der Journalist von «Mise au point» ein doppeltes Ziel. Er zeigt, wie schwach die Argumente sind, welche die Komplotttheorie stützen sollen, und deckt gleichzeitig den Kern von Mörgelis Rhetorik auf: das generalisierte Misstrauen. Alain Hertig erweist sich als profunder Kenner des Dossiers und als hartnäckiger und äusserst präsenter Journalist, der in jeder Situation ruhig und höflich bleibt. Die Jury weist zudem auf die ausgezeichnete Synchronisation hin : Dass der Interviewer und der Interviewgast nicht dieselbe Sprache sprechen, tut der Prägnanz der Aussagen und dem Fluss des Gesprächs keinen Abbruch.

Die Jury des Medienpreises idée suisse hat ebenfalls vier Ehrenmeldungen verliehen : zwei in der Kategorie Fernsehen und zwei in der Kategorie Radio.

Reto Brennwald, «Rundschau»-Redaktor (SF), führt unter schwierigen Bedingungen ein Interview durch, das sich durch Klarheit und hohe Informationsdichte auszeichnet. Nur eine Stunde nach der Gerichtssitzung, an welcher der ehemalige Swissair-Chef Mario Corti sein Plädoyer gehalten hat, gelingt es dem «Rundschau»-Journalisten aufgrund seiner Sachkenntnis und seiner unerschütterlichen Ruhe, den Zuschauerinnen und Zuschauern eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Sachlage aus der Sicht von Mario Corti zu vermitteln. Gleichzeitig gibt das Interview Einblick in die Persönlichkeit und den Charakter von Mario Corti.

Darius Rochebin unterhielt sich für die Sendung «Pardonnez-moi» (TSR) mit dem «König» des internationalen Fussballs, Sepp Blatter, kurz vor dessen Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten. Das Gespräch verbindet komplizenhafte Vertrautheit mit freundlich-kritischer Distanz. Mit einem Augenzwinkern gelingt es Darius Rochebin, dem Publikum Sepp Blatter als Oberwalliser aus bescheidenen Verhältnissen näher zu bringen, der mit Willensstärke und Schlauheit sein Leben zu einer Erfolgsstory erster Güte gemacht hat. Ein Beweis dafür, dass ein gutes Interview nicht Konflikte aufdecken oder austragen muss, um aussagekräftig zu sein.

Mit dem Beitrag unter dem Titel «L’America che amo, l’America che odio» zeigt Roberto Antonini, dass das umfassende Radiointerview zu einem aktuellen Thema nach wie vor seinen Platz hat. In seinem Interview mit Noam Chomsky, dem renommierten Sprachwissenschaftler und notorischen Kritiker der amerikanischen Politik, skizziert Roberto Antonini die USA als ein Land, dessen Bevölkerung gerade in Bezug auf den Irakkrieg weit weniger geeint ist als gemeinhin angenommen wird. Mit kritischem Geist deckt er auch einen Charakterzug Chomskys auf, den man als leichten Hang zu Verfolgungswahn bezeichnen könnte.

Die vierte Ehrenmeldung geht an Alain Franco und Serge Gumy für ihr Interview mit der Staatsanwältin Carla del Ponte im Rahmen der Sendung «Forum» von Radio Suisse Romande. Sechs Monate vor Ablauf ihres Mandats am Internationen Strafgerichtshof stellt sie sich mit bemerkenswerter Offenheit den direkten und fundierten Fragen der beiden Journalisten. Dass diese auch vor kritischen Tönen nicht zurückschrecken, indem sie den Prozess von Milosevic und jenen von Saddam Hussein einander gegenüberstellen, veranlasst Carla del Ponte, sich mit aller Deutlichkeit zur Justiz zu bekennen. Diese ist ihrer Ansicht nach allein in der Lage, der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen und den Opfern die Möglichkeit zu geben, ihre Trauer zu verarbeiten.

Dieses Jahr wurde der Medienpreis idée suisse in einer neuen Form durchgeführt. Die Kategorien «Tagesaktualität» und «Wochenaktualität» wurden aufgehoben und durch die Kategorien «Radio» und «Fernsehen» ersetzt. Die Jury hat zudem die Möglichkeit, die Beiträge auf ein Genre zu beschränken (2007 ist dies das Interview zu einem aktuellen Thema). Ziel ist es, den Wettbewerb zu konzentrieren und die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich die Jury gezielt mit der journalistischen Qualität auseinander setzen kann.
Die SRG SSR idée suisse verleiht den Medienpreis jedes Jahr im Rahmen des Management-Meetings. Präsident der Jury ist Dominique von Burg, ehemaliger Chefredaktor der Tribune de Genève. Die Jury besteht aus Monica Piffaretti, Verlegerin, Rainer Stadler, Medienredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, Jacques Donzel, ehemaliger Programmdirektor von Radio Suisse Romande und Marco Färber, ehemaliger Chefredaktor von SR DRS. Armin Walpen, Generaldirektor SRG SSR, bekräftigte sein Engagement für diesen von ihm vor sechs Jahren geschaffenen Preis.

Weitere Informationen :

  • Daniel Steiner
    Mediensprecher SRG SSR idée suisse
    Tel. 079 827 00 66
  • Dominique von Burg
    Beauftragter Medienpreis idée suisse
    Tel. 079 609 27 08
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