SRG SSR

SRG von 1931 bis heute

SRG von 1931 bis heute

Erstes Sendepult in Lausanne (1922 bis 1923). Foto: GD ZAR

1922 nimmt in Lausanne der dritte öffentliche Radiosender Europas seinen Betrieb auf. In den Zwanzigerjahren werden im ganzen Land Radiogenossenschaften gegründet. 1923 sind 980 Radio-Empfangsbewilligungen gelöst. Bis 1926 kann Radio nur über Kopfhörer gehört werden.

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1930 werden mehrere weit reichende Entscheide zur nationalen Radiopolitik gefällt. Das Radio soll föderalistisch organisiert sein und nicht den Marktkräften überlassen werden.

Gründung der SRG (1931) im Casino in Bern. V.l.n.r: Arnold Rothenberger, Hermann Gwalter, Maurice Rambert, Charles Baud, Hans Zickendraht, Hans Lauterburg, Roger Olivet, Francesco Borella, Alois Muri, Max Ritter.
Gründung der SRG (1931) im Casino in Bern.

1931 wird die Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG) gegründet. Sie vereint alle regionalen Radio-Organisationen unter einem Dach. Der erste SRG-Generaldirektor heisst Maurice Rambert. Die Zentrale der SRG hat wenig Macht, es dominieren die Mitgliedgesellschaften.

Die SRG erhält vom Bundesrat die alleinige Konzession für Radiosendungen in der Schweiz. Nachrichtenmeldungen darf die SRG nur bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) beziehen. 150 000 Radio-Empfangsbewilligungen sind gelöst.

Maurice Rambert, erster Generaldirektor der SRG (bis 1936).

In den Dreissigerjahren nehmen die ersten deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Landessender ihren Dienst auf: Sottens im März 1931, Beromünster im Mai 1931 und Monte Ceneri im Oktober 1933.

 

Alfred W. Glogg, Generaldirektor SRG bis 1950

1936 wird Alfred W. Glogg Generaldirektor der SRG.

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1937 tritt die neue Konzession SRG in Kraft. Die erste Reorganisation führt zu einer stärkeren Zentralisierung der SRG.

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1938 wird das Rätoromanische von den Schweizer Stimmberechtigten als vierte Landessprache anerkannt. Das Radiostudio Zürich sendet vermehrt Beiträge in rätoromanischer Sprache.

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1939 An der Landesausstellung führt die ETH Zürich in der Schweiz erstmals Fernsehtechnik öffentlich vor. Die SRG engagiert eine Schauspielgruppe, deren Spiel von der Kamera gefilmt und auf dem Bildschirm des Fernsehapparates übertragen wird.

Radiostudio Bern, militärische Bewachung während des Zweiten Weltkriegs um 1940. Foto: GD ZAR

1939 bis 1945 Im Zweiten Weltkrieg übernimmt das Schweizer Radio eine wichtige politische Funktion. Die SRG unterstützt mit ihren Programmen die «Geistige Landesverteidigung», indem sie die Schweiz als kulturell vielfältige Willensnation thematisiert. Ihre Sendungen zur politischen und militärischen Lage werden nicht nur in der Schweiz, sondern – über Kurzwelle – in der ganzen Welt gehört. Die Landessender werden als neutrale Stimme geschätzt. 590 000 Radio-Empfangsbewilligungen sind gelöst.

Ab 1943 werden regelmässig rätoromanische Sendungen ausgestrahlt, jeweils am ersten Freitag des Monats.

Radio Suisse Romande am Start der Tour de Suisse, 1939. Foto: GD ZAR

1949 sind in der Schweiz eine Mio. Radio-Empfangsbewilligungen gelöst.

Marcel Bezençon, Generaldirektor SRG bis 1972.

1950 wird Marcel Bezençon zum SRG-Generaldirektor gewählt.

Frau mit Transistorradio, 1951.
chron transistor 1951

In den Fünfzigerjahren setzt sich das Transistorradio langsam durch: Radiohören wird alltäglich und ortsunabhängig. Es können immer mehr ausländische und inländische Programme empfangen werden. Die SRG-Radios führen die zweiten Programme ein. Das Fernsehzeitalter beginnt auch in der Schweiz, mit Versuchssendungen in Lausanne, Basel und Zürich.

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1952 übernimmt die SRG von der PTT den Telefonrundspruch.

Sportübertragung in den Fünfzigerjahren. Foto: GD ZAR
chron sport 1953

1953 führt die SRG einen offiziellen Fernsehversuchsbetrieb durch: An fünf Abenden pro Woche sendet Studio Bellerive in Zürich ein rund einstündiges Programm. 1,2 Mio. Radio- und 920 Fernseh-Empfangsbewilligungen sind gelöst.

Signet der Eurovision.

1954 gründen acht europäische Fernsehstationen unter massgeblicher Mitwirkung der SRG die Eurovision, die Organisation für den internationalen Programmaustausch.

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1957 gewährt der Bundesrat der SRG eine Fernsehkonzession. Sie tritt am 1. Januar 1958 in Kraft.

Kameras in Vorbereitung für die Übertragung des Narzissenfestes in Montreux (erste Eurovisionsausstrahlung), 1954.

1958 startet die SRG den definitiven Fernsehbetrieb mit deutsch- resp. französischsprachigen Sendungen aus Zürich und Genf. Die Tessiner Sender übertragen die Programme mit italienischen Kommentaren. 1,3 Mio. Radio- und 50 000 Fernsehkonzessionen sind gelöst.

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1960 wird die «Schweizerische Rundspruchgesellschaft» in «Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft» umbenannt. Die Abkürzung SRG bleibt bestehen.

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1961 erhält das Tessin ein provisorisches Fernsehstudio.

Fernsehstudio vor 1965.

1963 wird die erste rätoromanische Fernsehsendung ausgestrahlt.

Fernsehaufnahmen am Lauberhorn-Rennen, 1964. Foto: GD ZAR

1964 erhält die SRG vom Bundesrat eine neue Konzession, erstmals für Radio und Fernsehen gemeinsam. Die SRG organisiert sich neu und passt ihre Statuten an.

Der Bundesrat bewilligt die Einführung des Werbefernsehens. Der erste Fernsehspot geht am 1. Februar 1965 über den Sender. Minutenpreis: 6000 Franken. Die AG für das Werbefernsehen wird gegründet.

Bild- und Tonregie im Fernsehzentrum Bundeshaus.

1965 wird das Radio- und Fernsehstudio im Bundeshaus eingeweiht.

Bub vor Radio- und Fernsehgeräten. Foto: GD ZAR

1966 wird für die rätoromanischen Sendungen in Chur eine eigene Programmstelle eingerichtet. Ihre Sendungen werden über das zweite Programm von Schweizer Radio DRS ausgestrahlt.

Es wird festgehalten, dass die zweiten Radioprogramme den «höheren Ansprüchen in Bezug auf Musik, Unterhaltung und Information» genügen sollen.

Moderatorinnen bei der Eröffnungssendung des Schweizer Farbfernsehens, 1968.

1968 kommt es in politisch bewegter Zeit zu einem deutlichen Anstieg der Fernseh-Konzessionäre. Im Dezember wird die millionste Fernseh-Empfangsbewilligung gelöst. Beim Radio sind es 1,8 Mio. Bewilligungen.

Die SRG startet offiziell mit Farbfernsehen und mit der systematischen Erforschung der Bedürfnisse des Radio- und Fernsehpublikums.

Erste Mondlandung, Moderator Bruno Stanek mit Apollo-Modell, 1969.

1969 In den frühen Morgenstunden des 21. Juli verfolgen in der Schweiz rund eine Mio. Menschen die Live-Übertragung der ersten Mondlandung im Fernsehen.

Das grösste Studio am Leutschenbach.

In den Siebzigerjahren nehmen die neuen Fernsehstudios von Zürich, Genf und Comano ihren Betrieb auf.

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1971 geht die Ära der von der SDA produzierten Radionachrichten nach über vierzig Jahren zu Ende. Nun ist allein die SRG für die Nachrichtensendungen verantwortlich. Radio svizzera di lingua italiana bezieht bis Ende 1975 weiterhin ihre Nachrichten von der SDA.

Stelio Molo, Generaldirektor SRG bis 1981.

1972 wird Stelio Molo Generaldirektor. Ab diesem Jahr wird die Präsenz rätoromanischer Fernsehsendungen im Programm von Schweizer Fernsehen DRS laufend vergrössert.

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1975 wird das Ressort Televisiun Rumantscha geschaffen.

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1978 25 Jahre nach der ersten Fernsehsendung vom 20. Juli 1953 ist die Zahl der Fernseh-Empfangsbewilligungen auf 1,9 Mio. gestiegen. Ab diesem Jahr werden Radioprogramme immer öfter im Stereoton gesendet.

Leo Schürmann, Generaldirektor SRG bis 1987.

1981 wird Leo Schürmann Generaldirektor der SRG. 2,3 Mio. Radio- und 2 Mio. Fernseh-Empfangsbewilligungen sind gelöst.

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1983 liberalisiert der Bundesrat das Mediengesetz: Private und kommerzielle Lokalradios werden erlaubt. Die SRG führt die dritte Programmkette für ein jugendliches Publikum ein: DRS 3 in der Deutschschweiz, Couleur 3 in der Suisse romande und Rete 3 in der Svizzera italiana.

Versuchsbetrieb Teletext, 1981.

Ab 1984 sendet Teletext auf Schweizer Fernsehen DRS, 1985 auf der Télévision Suisse Romande, 1986 auch auf der Televisione svizzera di lingua italiana. SRG, ZDF und ORF beginnen das gemeinsame Satelliten-Fernsehprogramm 3sat.

Amtsübergabe Schürmann–Riva.

1987 wird Antonio Riva Generaldirektor der SRG.

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1990 wird in Genf das Wold Wide Web (www) entwickelt. 1993 entsteht das Internet als neues Medium im heutigen Sinn. Es entstand Mitte der Sechzigerjahre als Medium der amerikanischen Armee.

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1991 unterzieht sich die SRG einer umfassenden Strukturreform. Das Unternehmen organisiert sich als privater Vereinsverband und strukturiert sich wie eine aktienrechtliche Holding. Im darauf folgenden Jahr treten die neuen Statuten in Kraft, die Strukturreform ist abgeschlossen.

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1992 tritt das neue Bundesgesetz über Radio und Fernsehen in Kraft. Der Kulturauftrag der SRG wird im Gesetz und in der SRG-Konzession festgeschrieben. Im Zeichen der SRG-Reorganisation wird Radio Rumantsch eine eigenständige Unternehmenseinheit.

Schweiz – Suisse – Svizzera – Svizra 4.

1993 startet die vierte Fernsehkette unter der Bezeichnung S Plus, ab 1995 als nationaler Sender mit dem Namen Schweiz – Suisse – Svizzera – Svizra 4.

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1994 geht das vierte Programm von Radio Suisse Romande auf Sendung: Option Musique, «La chaîne de la chanson».

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1995 wird Televisiun Rumantscha von Schweizer Fernsehen DRS unabhängig. Die Unternehmenseinheit für die rätoromanischen Sendungen umfasst jetzt Radio und Fernsehen: Radio e Televisiun Rumantscha.

Armin Walpen, Generaldirektor SRG SSR idée suisse bis 2010.

1996 wird Armin Walpen Generaldirektor der SRG. Schweizer Radio DRS lanciert als Zusatzangebot zum ersten Programm die Musigwälle 531, einen Sender mit Schwerpunkt Volks- und Unterhaltungsmusik.

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1997 wird die vierte Sendekette in die zweiten Programme SF2, TSR2 und TSI 2 aufgeteilt. Der Telefonrundspruch stellt seine Sendungen ein und wird durch ein Satellitenprogramm ersetzt.

Virus – Radio der neusten Generation.

1999 gibt sich die SRG den neuen Namen SRG SSR idée suisse. «Idée suisse» steht nicht weiter nur für einzelne Impulsprogramme, sondern wird zur Qualitätsmarke für den Service public der SRG SSR.

Die SRG SSR idée suisse startet mit der Digitalisierung des Radios (Digital Audio Broadcasting, DAB). Die Ausbauphase beginnt mit der Deutschschweiz und der Westschweiz. Die landesweite Versorgung soll 2009 abgeschlossen sein.

SF DRS betreibt in Zusammenarbeit mit Presse TV den Wiederholungskanal für Informationssendungen, SF info, als Versuchsbetrieb im Raum Zürich.

Schweizer Radio International richtet mit www.swissinfo.org eine Internet-Plattform ein, die den weltweiten Zugang zu den SRG-SSR-Programmen und zu Informationen über die Schweiz ermöglicht.

Virus, das Jugendradio von Schweizer Radio DRS, geht auf Sendung. Es ist das erste vollständig digitale Radio der Schweiz.

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Ende 2000 sind in der Schweiz erstmals gleich viele Radio- und Fernseh-Empfangsbewilligungen gelöst: 2,7 Mio.

Das Gebäude von Swissinfo/SRI in Bern.

2001 erlaubt eine Konzessionsänderung die nationale Ausstrahlung des Wiederholungsprogramms von SF info.

Schweizer Radio International wandelt sich zum Multimedia-Unternehmen, baut seine multimediale Plattform www.swissinfo.org weiter aus und beginnt mit dem Abbau der Kurzwellensendungen. Schweizer Radio International tritt unter dem Namen seines Produkts auf: Swissinfo.

Monolith an der Expo.02 mit Schiff idée suisse.

2002 engagiert sich die SRG SSR idée suisse für die Expo.02. In all ihren sieben Fernsehprogrammen, in 14 ihrer 18 Radioprogramme und auf ihren Websites macht sie die schweizerische Landesausstellung zum Thema.

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2003 startet die SRG SSR idée suisse mit der Digitalisierung der drahtlos terrestrischen Verbreitung des Fernsehens (Digital Video Broadcasting, DVB-T). Den Anfang machen das Engadin und das Tessin. Die gesamtschweizerische Abdeckung ist auf 2008 geplant.

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2004 stellt Swissinfo/Schweizer Radio International (SRI) die Verbreitung ihrer Radiosendungen über Kurzwelle und Satellit ein. Informationen über die Schweiz verbreitet sie nur noch über die Internet-Plattform www.swissinfo.org.

chron musikwelle
chron SF 2005

2005 wird das DRS-Musikprogramm Musigwälle 531, das traditionelle Musik aus allen Sparten sendet, in DRS Musigwälle umgetauft und durch die wichtigsten Informationsrubriken von DRS 1 ergänzt.

Schweizer Fernsehen DRS wird in Schweizer Fernsehen (SF) umgetauft.

2006 feiert die SRG SSR ihr 75-jähriges Jubiläum (24. Februar).

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2007 treten das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) sowie die neue Verordnung (RTVV) in Kraft (1. April). Die grössten Änderungen: Gebührensplitting (ein Prozent der Empfangsgebühren kommt den privaten Radio- und Fernsehstationen zu), Pflicht der behindertengerechten Verbreitung von Fernsehsendungen (Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodescription), Werbe- und Sponsoringverbot im Onlinebereich.

Im November gehen sowohl DRS 4 News als auch World Radio Switzerland (WRS) auf Sendung und am 3. Dezmber startet HD suisse, einer der ersten Service-public-Sender Europas im Standard des hoch auflösenden Fernsehens.

Mit einem Volksfest wird der Landessender Beromünster verabschiedet.

2008 Seit Februar empfangen die Zuschauerinnen und Zuschauer die Fernsehprogramme der SRG SSR über Antenne ausschliesslich digital. Die Umstellung von analog auf digital wird somit erfolgreich abgeschlossen.

Als offizielle Rechteinhaberin der UEFA EURO 2008TM berichtet die SRG SSR live über alle 31 Spiele dieses grössten Sport-Events, der in der Schweiz je stattgefunden hat.

77 Jahre nach seiner Einweihung wird der Mittelwellensender Beromünster abgeschaltet.

 

2009 Die Delegiertenversammlung SRG SSR idée suisse stimmt der Revision der Statuten der SRG SSR zu. Damit steht die SRG SSR ab 2010 unter der einheitlichen strategischen Leitung des Verwaltungsrates SRG SSR und unter der durchgehenden operativen Führung des Generaldirektors.

Landessender Sottens

2010 entstand innerhalb einer Sprachregion die neue Unternehmenseinheit Radio Télévision Suisse (RTS) aus dem Zusammenschluss von Radio Suisse Romande (RSR) und Télévision Suisse Romande (TSR).

Nach 79 Jahren wurde der Landessender Sottens definitiv abgeschaltet. Mehrere Tausend Besucher würdigten an den Tagen der offenen Tür das Ereignis.

Roger de Weck, Generaldirektor SRG

2011 wird Roger de Weck Generaldirektor der SRG. In der Deutschschweiz startet die neue Unternehmenseinheit Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), die  aus dem Zusammenschluss von Schweizer Radio DRS (SR DRS) und Schweizer Fernsehen (SF) entsteht.

visuel-rts

Am 31. Januar 2012 stellt der SRG-Versuchssender HD suisse um Punkt Mitternacht den Betrieb ein.

Die SRG strahlt ab dem 29. Februar sechs ihrer regulären Fernsehprogramme auch in brillanter HD-Qualität aus. Radio  Télévision Suisse präsentiert der neue visuelle Auftritt der Radio- und Fernsehkanäle.

Im Juli wird das millionste DAB+ Gerät verkauft. Damit erreicht Digitalradio 2,4 Millionen Hörerinnen und Hörer. Knapp ein Drittel aller Schweizer Haushalte hört inzwischen Radio digital.

Der Bundesrat hält am Internet-Werbeverbot für die SRG fest. Umgekehrt soll die SRG grösseren Spielraum bei den Inhalten des Online-Angebots erhalten.

2013 lancieren SRF und RTS das neue interaktive TV-Angebot («SRF+», «RTS+»).
Das englischsprachige World Radio Switzerland (WRS) geht in private Hände über. Übernommen wird es von der Anglo Media SA.

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