Aktuelle Position

Solidarität
Der Finanzausgleich ermöglicht gleichwertige Programme in den verschiedenen Landesteilen. Zudem fördert die SRG den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften wie auch den Kulturen, und sie setzt sich für Minderheiten ein.
Solidarischer Finanzausgleich für gleichwertige Programme
Die SRG verteilt die Gebühren- und Werbeeinnahmen nach einem Finanzierungsschlüssel an ihre Radio- und Fernseh-Unternehmenseinheiten in den vier Sprachregionen. Dank dieses Finanzausgleichs zwischen den Sprachregionen erhalten die Unternehmenseinheiten Radio Télévision Suisse (RTS), Radiotelevisione svizzera (RSI) und Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) einen grösseren Anteil der Mittel.
Die SRG verwendet die Empfangsgebühren ausschliesslich für das Programmangebot, zu dem das Unternehmen gemäss Leistungsauftrag verpflichtet ist.
Nationale Programme
Mit interregionalen Programmen leistet die SRG einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Sprach- und Kulturgemeinschaften: Eine Fachgruppe evaluiert Projekte, die den gemeinsamen Bedürfnissen der Radio- und Fernsehunternehmen und dem Auftrag der SRG entsprechen. Die realisierten interregionalen Projekte stammen aus den Bereichen Information, Unterhaltung oder Kultur. Diese Produktionen beleuchten die Schweiz aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zum Beispiel mit der 2008 und 2009 gesendeten Reihe «SCIENCEsuisse» – 25 Kurzfilme über die Welt der Wissenschaft und Forschung – oder in den Jahren zuvor mit den Fernsehreihen «PHOTOsuisse», «LiteraTour de Suisse», «ArchitecTour de Suisse» oder «Mysteriöse Schweiz». Zunehmend werden auch Sportereignisse und Unterhaltungssendungen national ausgestrahlt.
Migration, Integration und kulturelle Vielfalt
Die Medien sind wichtige Akteure im Integrationsprozess von Migrantinnen und Migranten. Darum setzt sich die SRG in ihren Radio- und Fernsehprogrammen stetig mit den Vorteilen der kulturellen Diversität auseinander. Auch die European Broadcasting Union (EBU) widmet sich diesem Thema seit einigen Jahren und hat verschiedene Kongresse dazu veranstaltet. Die SRG nimmt an den Diskussionen teil und hat in diesem Rahmen die Grundlagen für die erste Themenwoche in der Geschichte des Unternehmens erarbeitet. Unter dem Titel «Wir anderen – nous autres – noi altri – nus auters» wurde das Thema «Migration & Integration» im Frühling 2008 in allen vier Landesteilen und in allen Formaten veranschaulicht, analysiert und diskutiert.
Ausserdem ist die SRG Kooperationspartnerin folgender internationaler Einrichtungen:
- CIVIS Medienstiftung: Die Stiftung sensibilisiert Journalistinnen und Journalisten in Deutschland und Europa für Themen der Integration und kulturellen Vielfalt, und sie zeichnet Sendungen aus, die sich in herausragender Weise mit diesen Themen beschäftigen.
- BaKaFORUM: Das Basel Karlsruhe Forum ist eine Stiftung; sie fördert die Berichterstattung über Bildungs- und Entwicklungsthemen in den audiovisuellen Medien sowie den Austausch und die Koproduktion zwischen Fernsehsendern aus dem Norden und Süden.
Barrierefreies Fernsehen
Es gibt Menschen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind, damit sie Fernsehprogramme konsumieren können. Dazu gehören Personen mit einer Hör- oder Sehschwäche, aber auch Menschen, bei denen fehlende Sprachkenntnisse den direkten Zugang zu Fernsehsendungen verhindern. Um die kommunikative Integration der Betroffenen zu verbessern, bietet die SRG verschiedene Dienstleistungen an:
- Untertitelungen: Seit 2010 werden die Fernsehprogramme zwischen 19 und 22 Uhr (Primetime) in aller Regel untertitelt, zudem die Live-Sendungen am Wochenende ab Mittag. Seit Ende 2009 ist in jeder Sprachregion ein Drittel der Sendungen untertitelt.
- Gebärdensprache: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Radio Télévision Suisse (RTS) und Radiotelevisione svizzera (RSI) versehen seit Januar 2008 eine täglich ausgestrahlte «Tagesschau»-Ausgabe mit Gebärdensprache.
- Audio Description: Dank Audio Description – eine laufende akustische Beschreibung des Filmablaufs – können Sehbehinderte dem Geschehen folgen. 2010 waren es bereits deren 24 pro Sprachregion.
Humanitäres Engagement
Die SRG betrachtet die Solidarität zwischen Mehr- und Minderheiten als wichtige Voraussetzung dafür, dass sie ihren Auftrag erfüllen kann. Aus diesem Grund zeigt sie auch Solidarität, wenn es um humanitäre Belange geht.
- Glückskette: Die von der SRG gegründete Stiftung Glückskette sammelt seit 1946 Spenden für Menschen in Not. Da die Glückskette selbst kein Hilfswerk ist, führen rund 30 akkreditierte Schweizer Partnerhilfswerke die operationellen Aktionen aus. Die Gelder der Glückskette unterliegen drei Finanzprüfungen und gehören zu den bestkontrollierten in der Schweiz. 2008 war die Glückskette in 270 Projekten in 51 Ländern mit einem Gesamtbetrag von 206,4 Millionen Franken engagiert. Die bisher grösste Spendenaktion fand Anfang 2005 zugunsten der Opfer des Tsunami statt und brachte 227 Millionen Franken ein. Schweizer Radio DRS sendet jeden Sonntag um 9.45 Uhr (DRS 1) die fünfminütige Sendung «Glückskette aktuell».
- «2 x Weihnachten»: Jeweils gegen Jahresende führt die SRG in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und der Post eine karitative Sammelaktion unter dem Titel «2 x Weihnachten» durch. Schweizerinnen und Schweizer werden aufgerufen, Benachteiligten im In- und Ausland mit einem Geschenkpaket eine Freude zu machen.
«2 x Weihnachten» wurde 2010 bereits zum vierzehnten Mal durchgeführt. - «Denk an mich»: Eine 1968 gegründete Stiftung von SR DRS. Die Stiftung ermöglicht mit zwei bis drei Millionen Franken pro Jahr über 10 000 Menschen mit einer Behinderung ein Ferien- und Freizeiterlebnis. Mehr als 50 000 Personen, Vereine und Firmen in der Schweiz haben seit der Gründung rund 60 Millionen Franken gespendet. Jeden Samstagmorgen informiert eine Radiosendung über besondere Aktionen zugunsten der Stiftung.
- «mitenand»: Die Sendung «mitenand» von SF berichtet allwöchentlich in kurzen Reportagen über Probleme der Gesundheit, der sozialen Not und der Umwelt in der Schweiz und in der Dritten Welt. Die Berichte zeigen anhand von betroffenen Menschen, wie private Hilfsorganisationen auf diese Herausforderung reagieren. Seit Anfang 2005 steht «mitenand» unter dem Patronat der SRG und wird auch auf RTS («ensemble») und RSI («insieme») ausgestrahlt.
Dokumente
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Das Interview
Felix Bollmann, Direktor der Glückskette bis Dezember 2011Zum Interview

