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SRG SSR idée suisse führt DVB-T in der Westschweiz ein: Erste Etappe die Genferseeregion

Medienmitteilung

01.05.2005

SRG SSR idée suisse führt DVB-T in der Westschweiz ein: Erste Etappe die Genferseeregion

SRG SSR idée suisse führt DVB-T, die digitale terrestrische Verbreitung von Fernsehprogrammen, in der Westschweiz ein. Erste Etappe ist der Genferseeraum. Nach dem Engadin und dem Tessin ist die Westschweiz die dritte Region in der Schweiz, die von der SRG SSR mit dieser zukunftsweisenden Technologie abdeckt wird. Der weitere schrittweise Ausbau von DVB-T ist in Planung. DVB-T ergänzt die bisherigen Verbreitungskanäle und ermöglicht den digitalen Empfang der SRG-SSR-Programme über Antenne.

DVB-T steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial, das heisst für den digitalen Empfang der Fernsehprogramme via Haus- oder Zimmerantenne (s. Kasten).Laut internationalen Vereinbarungen wird in Europa in den nächsten Jahren nun auch die terrestrische Ausstrahlung der Fernsehprogramme über Sender von analog auf digital umgestellt.

Zahlreiche Länder in Europa – Deutschland, Spanien, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Schweden - führen DVB-T zurzeit ein oder verfügen bereits über einen Regelbetrieb. In zahlreichen weiteren Ländern werden mehr oder weniger ausgefeilte technische Ausstrahlungs- und Empfangsversuche durchgeführt.

In der Schweiz wurden durch den 2002 realisierten Verzicht auf die terrestrische Ausstrahlung der anderssprachigen Fernsehprogramme die frequenztechnischen Voraussetzungen für die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens geschaffen. Auf den frei gewordenen Frequenzen kann nun ein erster DVB-T-Kanal mit vier Fernsehprogrammen eingerichtet werden.

Die SRG SSR stimmt den Einführungsfahrplan mit dem zuständigen Departement UVEK ab mit dem Ziel, den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen zu fördern und die Versorgung mit den Fernsehprogrammen der SRG SSR zu optimieren. Nach dem Engadin und dem Tessin ist der digitale terrestrische Empfang jetzt auch in der Genferseeregion möglich. Bis 2008 wird die übrige Westschweiz mit DVB-T-Signalen versorgt, und bis 2009 wird voraussichtlich ein landesweites Sendernetz aufgebaut sein.

Ab heute sind in der Genferseeregion via DVB-T TSR1, TSR2, SF1 und TSI 1 zu empfangen. DVB-T bietet damit ein Angebot von vier Programmen auf einem zusätzlichen Verbreitungsweg. Die SRG SSR plant zurzeit keine neuen Programme für DVB-T.

DVB-T ermöglicht eine wesentlich effizientere Nutzung der vorhandenen Frequenzen: Auf einem digitalen Kanal können mehrere Fernsehprogramme verbreitet werden (analog bisher nur ein Fernsehprogramm). Die Schweiz benötigt auch künftig eine effiziente und dem neusten Stand der Technologie angepasste terrestrische Versorgung. Während einer Übergangsphase von ungefähr zwei Jahren werden die Fernsehprogramme gleichzeitig analog und digital ausgestrahlt (Simulcasting). Anschliessend wird die analoge terrestrische Verbreitung abgeschaltet.

In der Schweiz gibt es bereits heute mehrere DVB-T-Netze. Die SRG SSR hat im Dezember 2001 im Unterengadin ein Testnetz in Betrieb genommen; erstmals wurden dabei die Ausstrahlungseigenschaften in der schweizerischen Topographie in der Praxis getestet. Im Oberwallis ist seit Oktober 2001 ein privates DVB-T-Sendernetz im Regelbetrieb. 2003 schaltete die SRG SSR DVB-T im Engadin und im Tessin auf.

Vor- und Nachteile von DVB-T

Wie jede neue Technologie hat auch DVB-T Vor- und Nachteile. Vor allem in der Einführungsphase werden Publikum, Veranstalter und Politik mit beiden Seiten der Medaille konfrontiert. Die Vorteile von DVB-T können erst nach seiner vollständigen Einführung spielen.

Zu den Pluspunkten von DVB-T gehört, dass das Publikum auch mit portablen Geräten Zugang zu Fernsehprogrammen in guter Qualität und zu geringen Kosten erhält. Auf dem internationalen Markt sind so genannte Zapping-Boxen (Decoder oder Set-Top-Boxen), Vorschaltgeräte zwischen Antenne und Fernsehgerät, vergleichsweise günstig erhältlich. Zu den Nachteilen für das Publikum zählt, dass in der ersten Phase nur sehr wenige Programme über DVB-T empfangbar sind. Mit DVB-T werden auch mittelfristig im Vergleich zum Digitalangebot via Kabel und Satellit weniger Programme verbreitet werden können.

Medienpolitisch relevant ist, dass in der Schweiz etwa 85 Prozent der Haushalte über Kabel versorgt werden. DVB-T ist dazu eine Ergänzung und garantiert langfristig eine von Satelliten und kommerziellen Kabelanbietern nationale Versorgung mit Fernsehprogrammen. DVB-T ermöglicht zudem die optimale Nutzung der Frequenzen für Rundfunk und Zusatzdienste. Für die Verbreitung mit DVB-T braucht es weniger Sendestationen als für die analoge Verbreitung. Da zudem die digitale Übertragung geringere Sendeleistungen benötigt, wird die Belastung durch Elektrosmog an zahlreichen Orten erheblich reduziert.

Die SRG SSR kann in Zukunft dank DVB-T die Fernsehprogramme der SRG SSR in der ganzen Schweiz mit tieferen Kosten optimal verbreiten. Bevor dies möglich ist, sind jedoch grosse Investitionen für den Aufbau von DVB-T sowie für die gleichzeitige analoge und digitale Verbreitung der Programme notwendig. Was den Zeitplan betrifft: Die Einführung von DVB-T in der Schweiz ist unter anderem von der Einführung im benachbarten Ausland abhängig.

Frequently Asked Questions zu DVB-T auf www.broadcast.ch

Simon Meyer
Leiter a.i. Unternehmenskommunikation SRG SSR
Tel. 031 350 93 58

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