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Einnahmeneinbruch zwingt SRG SSR idée suisse zu Rationalisierungs- und Sparmassnahmen

Medienmitteilung

28.06.2005

Einnahmeneinbruch zwingt SRG SSR idée suisse zu Rationalisierungs- und Sparmassnahmen

Im Rahmen einer Medienkonferenz zu Finanzlage und Finanzaussichten orientierte die SRG SSR über die vom Verwaltungsrat beschlossenen Massnahmen, mit denen das Medienunternehmen ab 2007 in einem ersten Schritt Einsparungen von rund 80 Mio. Franken vornehmen und weitere Stellen abbauen wird. Mit diesem ersten Massnahmenpaket deckt die SRG SSR rund die Hälfte einer bis 2009 auf voraussichtlich 160 Mio. anwachsenden Finanzierungslücke. Ein Folgepaket wird vorgelegt werden, sobald die Folgen des neuen Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) feststehen und die Resultate der Wirtschaftlichkeits-Überprüfung bekannt sind.

Finanzierungslücke von rund 160 Mio.

Für das vergangene Geschäftsjahr kann die SRG SSR eine wiederum ausgeglichene Rechnung präsentieren. Doch ab 2007 droht eine anwachsende Finanzierungslücke, die nach heutigem Erkenntnisstand 2009 die Grössenordnung von rund 160 Mio. Franken erreichen dürfte. Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich: Das neue, noch nicht verabschiedete RTVG wird zu Mindererträgen und Mehrbelastungen von rund 70 Mio. Franken führen. Hinzu kommen die Folgen der Gebührenbefreiung für Bezügerinnen und Bezüger von AHV/IV-Ergänzungsleistungen, die mit 16 Mio. Franken höher ausfallen als angenommen sowie der Ausfall des Bundesbeitrags für Swissinfo/SRI von 14 Mio. Franken. Neue Produktions- und Verbreitungstechnologien, steigende Kosten für Sport- und Filmrechte sowie die Multimedia-Zukunft stellen die SRG SSR vor weitere finanzielle Herausforderungen – insbesondere angesichts der finanzstarken Ausland-Konkurrenz. Auch der über die Lohnsumme ausbezahlte Teuerungsbeitrag hat gegenüber dem bewilligten Finanzrahmen zu einem realen Kaufkraftverlust geführt.

Seit längerem auf Sparkurs

Seit 1995 ist die SRG SSR mit nur einer effektiven Gebührenanpassung ausgekommen und konnte steigende Kosten mit Produktivitätssteigerung und Sparmassnahmen auffangen. Trotz erhöhter Anforderungen an Programme und Technologie hat das Unternehmen dank konsequentem Kostenmanagement sein Angebot ohne Erhöhung der Empfangsgebühren qualitativ verbessert und quantitativ ausgebaut. Dies ist angesichts real abnehmender Finanzmittel ohne zusätzliche Massnahmen nicht mehr möglich. Die SRG SSR muss darum die drohende Finanzierungslücke in zwei Schritten schliessen. Mit dem aktuellen Sparpaket von rund 80 Mio. Franken plant das Unternehmen substanzielle Restrukturierungs-massnahmen. Ein weiteres Massnahmepaket wird geschnürt, sobald heute noch offene Fragen beantwortet sind.

Frühzeitiger Entscheid erlaubt sozialverträgliche Umsetzung

Das aktuelle Sparpaket von rund 80 Mio. Franken ist unausweichlich und hat personelle Konsequenzen. Dank frühzeitiger Entscheide kann aber die Zeit bis 2007 genutzt werden, um die natürliche Fluktuation in die Planung einzubeziehen und möglichst sozialverträgliche Lösungen zu erarbeiten. Zu gut der Hälfte (45 Mio. Franken) wird das Sparvolumen mit bereits kommunizierten nationalen Projekten erreicht. Knapp die Hälfte (35 Mio. Franken) wird als Sparauftrag an die Unternehmenseinheiten der SRG SSR weiter gegeben. Diese werden individuelle Massnahmenprogramme ausarbeiten und nach entsprechenden Entscheiden der Direktionen bzw. regionalen Verwaltungsräte im 2. Semester 2005 darüber informieren. Die Sparmassnahmen sollen in erster Linie Gemeinkosten und erst danach Programmkosten tangieren. Bei Programmen soll der Rotstift primär ausserhalb der Prime Time angesetzt werden.

Weiteres Massnahmenpaket hängt von ausstehenden Entscheiden ab

Mit dem aktuellen Spar- und Rationalisierungspaket nähert sich die SRG SSR der Grenze, wo das Programmangebot substanziell in den Sparprozess einbezogen werden muss. Erst wenn die Details des RTVG bekannt sind und die Resultate der Überprüfung der SRG-SSR-Finanzlage durch die Eidgenössische Finanzkontrolle vorliegen, kann die SRG SSR das Folgepaket konzipieren und unter anderem ein allfälliges Gebührenanpassungsgesuch erwägen.

Konkurrenzfähigkeit erhalten

Die SRG SSR hat ihre Marktanteile gegenüber der Konkurrenz aus den Nachbarländern leicht ausgebaut und ihre Marktführerschaft konsolidiert. Die Produktivität der SRG-SSR-Medien ist im Vergleich zu den Stationen der Nachbarländer hoch, die vielfältigen Programmangebote sind beim Publikum beliebt. Um diese Konkurrenzfähigkeit erhalten und den Programmauftrag weiterhin publikumsgerecht interpretieren zu können, muss die SRG SSR annähernd im selben Mass in Programme und Technologien investieren wie die finanziell weit überlegene ausländische Konkurrenz. Die Voraussetzung dafür schafft die SRG SSR mit frühzeitigen Massnahmen für weiterhin ausgeglichene Budgets.

Simon Meyer, Leiter a.i. Unternehmenskommunikation SRG SSR idée suisse
Tel. 031 350 93 58

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