SRG SSR

  • DE
  • FR
  • IT
  • RM
  • EN
Medienpreis idée suisse für Adrian Arnold und Raphaël Guillet

Medienmitteilung

05.11.2004

Medienpreis idée suisse für Adrian Arnold und Raphaël Guillet

Der Medienpreis idée suisse geht dieses Jahr an Raphaël Guillet von Radio Suisse Romande (RSR) für sein kommentiertes Gespräch mit einem irakischen Ingenieur und an Adrian Arnold von Schweizer Fernsehen DRS (SF DRS) für seine Reportagen «Drama am Matterhorn» und «Wunder am Matterhorn». Lorenzo Mammone und Gianni Gaggini von Televisione svizzera di lingua italiana (TSI) erhalten eine Nennung für «Crash Airlines: incidente aereo di Sharm e Sheik».

Mit dem Hauptpreis wird Raphaël Guillet von RSR dafür ausgezeichnet, dass es ist ihm gelungen ist, den Radiohörerinnen und -hörern in einem Gespräch mit einem irakischen Familienvater Einblick in den Alltag im heutigen Irak zu geben. Man erfährt nicht nur, dass es dem Ingenieur früher offenbar gut gegangen war, sondern auch, wie froh seine Mutter über das Ende der Bespitzelungen durch das Saddam-Regime ist. Zur Sprache kommen auch die schweren Alltagssorgen und mentalen Konflikte, die den Irak bis in die Familie hinein spalten. Guillet verstand es, die Spontaneität der Zitate gekonnt in Szene zu setzen und sie mit sparsamem Begleittext zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, dazu Kamera und Mikrophon richtig einsetzen, um die Realität zu rekonstruieren, ohne dabei die Emotionen zu kurz kommen zu lassen: Dies ist Adrian Arnold von SF DRS in seinen Reportagen «Drama am Matterhorn» und «Wunder am Matterhorn» für «Schweiz Aktuell» gelungen. Was einst ein Interview über die Sicherheitskosten in den Bergen hätte werden sollen, wurde zu einem intensiven Stück Leben. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erleben einerseits das Engagement der vorurteilsfreien Helferinnen und Helfer und andererseits die Waghalsigkeit der Alpinisten, die kaum gerettet schon wieder an neue Abenteuer denken.

Lorenzo Mammone und Gianni Gaggini von TSI ist es gelungen, nur gerade fünf Tage nach der Katastrophe eine strukturierte und klare Analyse des Flugzeugabsturzes von Sharm El Sheik zu erarbeiten, die gleichzeitig spannend und doch seriös ist. Zeugenaussagen und exklusive Dokumente dienen zur Erhärtung der Analyse und tragen zur Verbildlichung der Tragödie bei. Die Recherchearbeit wirft besorgniserregende und dringliche Fragen zur Sicherheit bei Flügen und zur Oberflächlichkeit der Kontrollen auf. Insbesondere aber kommt zum Ausdruck, dass die Passagiere zugunsten des wirtschaftlichen Interesses über die Gefahren nicht aufgeklärt werden. Auch die Reisebüros werden im Dunkeln gelassen: Sie verkaufen Risikoprodukte, ohne es zu wissen.

Die SRG SSR idée suisse verleiht jedes Jahr im Rahmen des Management-Meetings den Medienpreis idée suisse. Damit prämiert sie Beiträge aus dem Alltagsjournalismus, die für die Medien der SRG SSR produziert worden sind. Die Preise werden für tagesaktuelle und wochenaktuelle Sendungen verliehen.

Die von Peter Studer präsidierte Jury besteht aus Monica Piffaretti, Verlegerin, Dominique von Burg, Chefredaktor Tribune de Genève, Rainer Stadler, Medienredaktor Neue Zürcher Zeitung, und Jacques Donzel, ehemaliger Programmdirektor von RSR. Der Preis wurde von Armin Walpen, Generaldirektor SRG SSR idée suisse, initiiert und will die Auseinandersetzung über Qualität und Ethik im Journalismus fördern.

Josefa Haas
Leiterin Unternehmenskommunikation SRG SSR idée suisse
Tel. 031 350 92 30 oder 079 321 92 66

RSIRTRRTSSRFSWI