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SRG SSR idée suisse für Transparenz bei den Gebühren, der Werbung und dem Programm

Medienmitteilung

02.07.2002

SRG SSR idée suisse für Transparenz bei den Gebühren, der Werbung und dem Programm

Die SRG SSR idée suisse bezieht Stellung zu den Diskussionen über Gebührensplitting, Radiowerbung und Quoten für Schweizer Musik. Anlässlich ihrer Jahresmedienkonferenz erklärte Generaldirektor Armin Walpen, dass die SRG SSR bei einer Ausweitung des Gebührensplittings Transparenz beim Inkasso der Gebühren und eine Kompensation von allfälligen Einnahmeverlusten fordern wird. Eine von der SRG SSR in Auftrag gegebene Radiowerbestudie ergab, dass die heutigen regionalen Anbieter durch Radiowerbung in den SRG-SSR-Programmen mit Einnahmeeinbussen rechnen müssten. Die SRG SSR will deshalb auf Radiowerbung grundsätzlich verzichten. Walter Rüegg, Präsident der SRG-SSR-Radiodirektorenkonferenz und Direktor Schweizer Radio DRS, stellte die Bedeutung der Schweizer Musik im Radio dar und sprach sich gegen Musikquoten aus, die sich weder klar definieren noch angemessen anwenden lassen. Rüegg plädierte für einen kontinuierlichen Dialog mit den Musikkreisen.

Ein zentrales Thema in den Debatten um die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes wird das Gebührensplitting sein. Vertreter der kommerziellen Anbieter sehen in den Gebühren eine künftige Einnahmequelle. Armin Walpen erklärte anlässlich der Jahresmedienkonferenz, dass die SRG SSR nicht grundsätzlich gegen ein Gebührensplitting sei. Heute werden rund 11 Mio. Franken der Gebühreneinnahmen an die regionalen Veranstalter verteilt. Bis zu einem Betrag von 15 Mio. Franken könne die SRG SSR einverstanden sein. Bei einem erweiterten Gebührensplitting erwarte die SRG SSR jedoch eine Kompensation und verlange Transparenz beim Inkasso. Die Gebührenzahlenden müssten wissen, für was und für wen sie bezahlten, deshalb sei die Erhebung von zwei Gebühren notwendig, jene für die SRG SSR und jene für private, kommerzielle Anbieter.

Radiowerbung vorerst kein Thema für SRG SSR idée suisse

Nachdem in der Branche die Forderung nach Radiowerbung laut geworden ist, hat die SRG SSR eine Studie in Auftrag gegeben. Sie wollte Aufschluss erhalten über das Potenzial und die Auswirkungen auf die Branche von Werbung in den SRG-SSR-Radioprogrammen. Das Berliner Forschungsinstitut Goldmedia stellte fest, dass sich die Gesamtsumme der Radiowerbung erheblich steigern lässt. Für die Wirtschaft entstünde eine zusätzliche interessante Werbeplattform. Die Nutzniesser wären in erster Linie die SRG SSR und allfällige sprachregionale kommerzielle Anbieter. Die bestehenden lokalen und regionalen Radios würden kaum profitieren, sie würden je nach Szenario sogar Werbeaufkommen verlieren. Im Interesse einer vielfältigen, der pluralistischen und föderalistischen Schweiz entsprechenden Radiolandschaft wird die SRG SSR keinen Antrag auf Einführung von Radiowerbung stellen. Sie ist einverstanden, wenn die Konzession auch weiterhin die Radiowerbung verbietet. Radiowerbung wäre für die SRG SSR nur ein Thema, wenn sie aufgrund eines Ausbaus des Gebührensplittings für private und kommerzielle Radioveranstalter weniger einnehmen würde.

SRG-SSR-Radios fördern Schweizer Musikschaffen

Die SRG SSR erbringt zugunsten des schweizerischen Mu-sikschaffens ausserordentlich viele und vielfältige Leistungen. Dazu gehören unter anderem spezielle Musiksendungen, Informationsbeiträge über das schweizerische Musik- und Kulturschaffen, Übertragungen von Konzerten und Festivals in der Schweiz, Durchführung eigener Musikanlässe, Produktionen und Koproduktionen vieler schweizerischer Werke, aktive Beiträge zur Förderung der schweizerischen Musikproduktion, erhebliche finanzielle Aufwendungen für die AutorInnen-rechte sowie die Weiterverbreitung schweizerischer Werke im Ausland via die UER. Die Leistungen für das schweizerische Musikschaffen entsprechen bei der SRG SSR der Idée suisse. Diese Leistungen gehen qualitativ weit über das in Quoten Fassbare hinaus. Quantitative Quotenvorgaben als Steuerungs- und Kontrollgrössen erfassen die Leistungen der SRG SSR zugunsten des schweizerischen Musikschaffens nicht adäquat. Die SRG SSR setzt auf einen permanenten Dialog mit den schweizerischen Musikschaffenden, um gemeinsame Interessenfelder abzustecken und entsprechend zu handeln.

Das Mutterhaus SRG SSR idée suisse trägt die finanziellen Risiken

Die SRG SSR idée suisse schliesst die Rechnung 2001 mit einem Defizit von 18,3 Mio. Franken ab. Der Hauptgrund dafür sind die konjunkturelle Abschwächung und ihre Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen. Zudem gaben die Gebühren-befreiungen für die Berechtigten auf Ergänzungsleistungen zur AHV/IV Anlass zur Besorgnis. Das Bakom hat für das Jahr 2001 die entsprechenden Einnahmeausfälle kompensiert. Das Risiko von Einnahmeausfällen trägt zu 90 Prozent das Stammhaus SRG SSR. Die Unternehmenseinheiten erhalten die im Rahmen der Budgetierung zugewiesenen Mittel sowie die Erträge aus Sponsoring und Programmverkäufen. Deshalb weisen einzelne Unternehmenseinheiten für das Jahr 2001 positive Abschlüsse aus. Die Fernsehunternehmen können in guten Jahren einzig bei der Werbung über das Budget hinausgehende Einnahmen für sich verbuchen. Dieser Bonus realisierte sich 2001 jedoch weit unter den Erwartungen.

Josefa Haas
Leiterin Unternehmenskommunikation SRG SSR idée suisse
Tel. 031 350 92 30 oder 079 321 92 66

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