SRG SSR

Öffnung der Archive

Öffnung von Radio- und TV-Archiven: positive Bilanz nach der Fachtagung FIAT/IFTA

Am 8./9. Juni 2017 fand in Lugano die Jahrestagung der Internationalen Fachorganisation der Fernseharchivare (FIAT/IFTA) statt. Rund 120 Experten diskutierten über die Chancen und Herausforderungen bei der Öffnung von audiovisuellen Radio- und TV-Archiven.

Die SRG verfolgt seit Jahren eine Archivstrategie: Sie erweitert den Zugang zu ihren Radio- und TV-Archiven nach und nach und macht ihr audiovisuelles Kulturgut einem breiteren Publikum digital zugänglich. Diese Praxis findet international Beachtung. Nicht zuletzt deshalb fand die diesjährige Fachtagung der FIAT/IFTA in Lugano statt, organisiert von der SRG, von RSI sowie von der Università della Svizzera italiana (USI). 

Flexible und dialogfähige Systeme

Die Experten und die SRG sind sich einig: Anwenderinnen und Anwender von Radio- und TV-Archiven haben unterschiedliche Ansprüche. Ein Archivsystem muss deshalb modular aufgebaut sein, damit es Medienschaffende, Forscher und Entwickler bis hin zu Privatpersonen möglichst flexibel nutzen können.   

Dank Digitalisierung lassen sich die Radio- und TV-Archive mit anderen Datenbanken verbinden – beispielsweise aus den Bereichen Medizin, Sicherheit oder Verkehr. Der Dialog zwischen den verschiedenen Datenpools eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Anwendungen. Dafür kommen oft cloud-basierte Dienste zum Einsatz. Am weitesten fortgeschritten ist diese Technik im Sport. So kann die «ATP World Tour» zum Beispiel auf Knopfdruck zusammenstellen, wie viele Asse Roger Federer an internationalen Turnieren bisher geschlagen hat.   

Viel Potenzial bietet auch die künstliche Intelligenz. Mit automatischer Sprach- und Bilderkennung können Daten zusammengestellt und die Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer besser erfüllt werden.  

SRG setzt Standards und fördert Zusammenarbeit

Die SRG-Archive gelten international als gut aufgestellt. Schon früh hat das Unternehmen begonnen, wichtige Radio- und TV-Eigenproduktionen aufzubewahren. Inzwischen ist die Digitalisierung der analogen Bestände fast abgeschlossen. Seit den 2000er Jahren speichert die SRG alle Eigenproduktionen lückenlos und erfasst wichtige Meta- und Produktionsdaten.   

Ebenfalls früh hat die SRG angefangen, ihre Archivinhalte als audiovisuelles Kulturgut zu behandeln und nach Möglichkeit der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Schweizer Institutionen unter der Koordination des Vereins Memoriav.   

Internationale Zusammenarbeit und Austausch sind wertvoll, um die Entwicklungen auf allen Ebenen voranzutreiben. Denn: Bis eine umfassende Archivöffnung via Internet möglich ist, sind neben den technischen auch finanzielle und juristische Hürden zu meistern.

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